Bundesdatenschützer warnt vor digitalen Passfotos
Um die Überwachung mit Hilfe digitaler Fotos zu verhindern, plädiert der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar dafür, im Reisepass stattdessen den Irisscan zu verwenden.
Digitale Fotos im Reisepass könnten zur Überwachung genutzt werden, warnt der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar in einem Interview mit der Financial Times Deutschland. Kombiniert mit einer ausgeweiteten Videoüberwachung könnten mit Hilfe digitaler Fotos Bewegungsprofile erstellt werden. "Jede Grenzkontrollstelle könnte dieses Bild auslesen. Jedes Land, durch das ich fahre, bekommt so meine biometrischen Daten", sagte Schaar.
Der Beschluss des Bundestages, keine Zentraldatei anzulegen, sei daher zwar prinzipiell richtig, aber nicht ausreichend, um international vor Missbrauch zu schützen. Schaar plädierte dafür, bei den neuen Reisepässen auf das digitale Foto zu verzichten und stattdessen ein anderes Merkmal wie den Irisscan zu speichern, bei dem man für den Vergleich aktiv mitwirken muss.
Anders sei die Situation bei Visa: Während die europäischen Reisepässe weitgehend fälschungssicher seien, sodass eine Zentraldatei überflüssig sei, gebe es in vielen afrikanischen Ländern kein kontrolliertes System für Personalpapiere. Um die Sicherheit zu erhöhen, könne daher bei Visa eine Zentraldatei durchaus sinnvoll sein. (anm)