Microsoft-Chef betont Notwendigkeit von mehr IT-Sicherheit
Steve Ballmer betonte, es sei eine Aufgabe aller Beteiligten -- der Sicherheits-Industrie, der Computer-Branche, der Regierungen, der Kunden und der Infrastruktur-Betreiber --, die Computer und das Netz sicherer zu machen.
"Es ist absolut grundlegend für unsere gesellschaftliche und ökonomische Zukunft und für unsere öffentliche sowie nationale Sicherheit, dass wir die IT-Infrastruktur stärker absichern", betonte Microsoft-Chef Steve Ballmer in einer Rede auf einer Tagung des Center for Strategic & International Studies zum Thema "Security in an Increasingly Digital World". Dazu gehöre sowohl die stärkere Bekämpfung von Cyber-Kriminellen als auch die bessere Absicherung der Systeme und der Kampf gegen Piraterie. Aber auch Initiativen gegen Spam und die dahinter stehenden Firmen fasst Ballmer unter das Stichwort "Absicherung der IT-Infrastruktur".
Es gebe eine dramatische Steigerung in der Anzahl und der Heftigkeit von Angriffen über das Netz, meinte Ballmer. Microsoft ebenso wie die gesamte Industrie müsse besser mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten, um die Cyber-Kriminellen dingfest zu machen. Auch müsse die Branche die Computer widerstandsfähiger gegenüber Attacken machen, betonte Ballmer.
Aber die Industrie könne dies alles nicht alleine leisten. Die Regierungen spielten eine wichtige Rolle -- etwa bei der Forschung nach Maßnahmen zur Erhöhung der IT-Sicherheit. Aber auch die Einführung und Anwendung von Gesetzen gegen Cyber-Kriminelle sowie Programme, um bei Anwendern mehr Bewusstsein über notwendige Maßnahmen zur IT-Sicherheit zu schaffen, lägen im Aufgabenbereich der Regierungen. Dies führe auch gleich zur Verantwortung der Nutzer: Sie müssten sich darüber klar werden, dass sie selbst ebenfalls dafür zu sorgen haben, dass die Computersysteme abgesichert werden.
Auch wenn Microsoft-Systeme wegen ihrer großen Marktverbreitung am häufigsten Ziel der Attacken durch Cyber-Kriminelle würden, betreffe die Frage der IT-Sicherheit ohne Unterschied die gesamte Industrie, betonte Ballmer. Bei Microsoft sei die IT-Sicherheit die absolute Top-Priorität, versicherte der Microsoft-Chef erneut. Ein großer Teil des Forschungs- und Entwicklungsbudgets von 7 Milliarden US-Dollar gehe in diesen Bereich, damit die Kunden sowohl am Netz angeschlossen als auch geschützt sein könnten. Dazu gehöre etwa, bösartigen Code zu isolieren, schon bevor er in die Rechner von Anwendern eindringen könne, aber auch, einfache Möglichkeiten zu schaffen, die Software immer mit den neuesten Korrekturen zu versorgen.
Ballmer verwies erneut auf das Service Pack 2 für Windows XP, mit dem Microsoft einige Verbesserungen und Neuerungen für die Sicherheit des Systems einführen werde. Er kündigte aber für die Zukunft neue Techniken an, etwa ein von Microsoft als Active Protection Technology bezeichnetes Unterfangen, das Computer besser gegen besonders ausgefuchste Mail-Würmer und Viren schützen soll. Dazu möchte Microsoft etwa Methoden identifizieren, die in solchen Schädlingen genutzt werden, und Code frühzeitig abfangen, der auf Grund dieser Analysen als gefährlich eingestuft wird. Ein solchermaßen geschützter Rechner werde sich anders verhalten: "Das schaut nicht in Ordnung aus", beschrieb Ballmer die von ihm erhoffte Reaktion solcher Computer, "ich werde das nicht ausführen, ohne den User vorher um Erlaubnis zu fragen."
Ballmer betonte immer wieder, es sei eine Aufgabe aller Beteiligten -- der Sicherheits-Industrie, der Computer-Branche, der Regierungen, der Kunden und der Infrastruktur-Betrieber --, die Computer und das Netz sicherer zu machen. "Wir mĂĽssen uns um unsere Computersysteme kĂĽmmern wie wir fĂĽr unsere Transport-Infrastruktur sorgen", zog Ballmer einen Vergleich. (jk)