FBI-Direktoren werfen Kongress Vernachlässigung der IT-Infrastruktur vor
Zwei ehemalige FBI-Direktoren haben vor dem Untersuchungsausschuss zu den Anschlägen des 11. September 2001 ihre Mühen mit den US-amerikanischen Abgeordneten geschildert.
Die früheren FBI-Direktoren Louis Freeh und Thomas Pickard haben vor dem unabhängigen Untersuchungsausschuss zum 11. September geschildert, dass der Kongress dem FBI nur wenig beim Aufbau seiner IT-Infrastruktur geholfen habe. Pickard, der im Sommer 2001 bis zum 4. September geschäftsführender Direktor war, sagte, die Verbesserung der IT-Infrastruktur sei immerzu eines der wichtigsten Vorhaben des FBI gewesen. Seine Behörde sei aber wiederholt durch durch die Behandlung durch den US-Kongress enttäuscht worden.
Freeh, der dem FBI von 1993 bis zum Juni 2001 vorstand, sagte, er habe im Jahr 2000 360 Millionen US-Dollar und 890 Posten beantragt. Bekommen habe seine Behörde fünf Arbeitsplätze und 6 Millionen US-Dollar. Mit diesen Mitteln könne kein Krieg geführt werden. Freeh hatte in seiner schriftlichen Stellungnahme eine Reihe von Initiativen und Etat-Anfragen aufgelistet. Seit den späten Neunzigerjahren habe das FBI immer wieder Alarm geschlagen, die IT-Infrastruktur müsse modernisiert werden. Beispielsweise habe das FBI im Jahre 1999 70 Millionen US-Dollar für seine Information Sharing Initiative (ISI) beantragt, aber nur 2 Millionen bewilligt bekommen und im Jahr darauf unter Auflagen weitere 39 Millionen US-Dollar.
Die Untersuchungskommission hat in einem Zwischenbericht festgestellt, der US-amerikanische Justizminister John Ashcroft habe die Terrorgefahr vor dem 11. September 2001 unterschätzt. Noch am 12. September erreichte Pickard eine formale Ablehnung eines Antrages auf Etataufstockung um 58 Millionen US-Dollar zur Terrorabwehr. Pickard hat auch ausgesagt, Ashcroft habe sich nicht sonderlich für Informationen über Al Qaida interessiert. Ashcroft wiederum macht die Regierung des Bush-Vorgängers Bill Clinton für die Terroranschläge mitverantwortlich; zudem bestreitet er eigene Versäumnisse. (anw)