Wettbewerbszentrale mahnt Sony wegen Spiele-Werbung ab [Update]
Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs hat Sony wegen seiner Spielewerbung abgemahnt. Die Umschläge mit einem Poststempel der Army und einem blutgetränkten Stofffetzen seien sittenwidrig.
Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs hat Sony wegen seiner Werbebriefe im Stil der US-Armee abgemahnt. Die bräunlichen Umschläge mit einem Poststempel der Army und einem blutgetränkten Stofffetzen seien sittenwidrig, kritisierte die Zentrale laut dpa. Sony werbe mit dieser Post, die in den vergangenen Tagen zahlreiche deutsche Haushalte erreicht habe, für ein neues Computerspiel.
"Bei dieser Werbung geht es nicht allein um Fragen des guten Geschmacks, sondern vielmehr um die Täuschung des Verbrauchers über den Charakter der Zusendung", sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Hans-Frieder Schönheit. Der Brief erwecke den Eindruck, dass ein Angehöriger oder Freund aus dem Krisengebiet Irak um Hilfe bitte. Der Stofffetzen trage die Aufschrift: "Wir stecken in der Scheiße -- hol uns hier raus." Die Briefe, die keinen Hinweis auf den Absender tragen würden, stammten von der Sony Computer Entertainment Deutschland GmbH (Neu-Isenburg).
Die Wettbewerbszentrale hat nach eigenen Angaben zahlreiche Beschwerden erhalten. Man habe Sony in der Abmahnung aufgefordert, die Werbung einzustellen und sich zur Unterlassung zu verpflichten. Sonst will die Zentrale eine einstweilige VerfĂĽgung bei Gericht beantragen, die mit einer Geldstrafe von bis zu 250.000 Euro verbunden ist.
Sony erklärte mittlerweile, dass es sich keineswegs um einen blutgetränkten Stofffetzen gehandelt habe, sondern lediglich um ein "im Army-Style bedrucktes, rechteckiges Stück Stoff". Weiter teilte Sony mit, dass das Werbe-Mailing nur an rund 15.000 über 16-jährige Interessenten ging, die ihre Adressdaten bewusst an Sony Computer Entertainment Deutschland übermittelt hätten, um Informationen zum Thema Spiele zu erhalten. (mhe)