Peer-to-Peer-Kontrolle an US-Universität

An der University of California in Los Angeles soll eine neue Software zum Einsatz kommen, die bei Copyright-Verletzungen die Sperrung des Internet-Anschlusses veranlassen kann.

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Von
  • Mattias Hermannstorfer

Die US-Film- und Musikindustrie plant die Einführung eines weiteren Systems bei US-Universitäten und Internet-Providern zur Eindämmung von Copyright-Verletzungen, berichtet der US-Newsdienst Cnet. Die ACNS (Automated Copyright Notice System) genannte Open-Source-Software wurde von Vivendi Universal gemeinsam mit der Universal Music Group entwickelt. Wie bei anderen Systemen, beispielsweise Icarus an der Universität von Florida, soll ACNS die Kontrolle der Nutzung von Peer-to-Peer-Diensten ermöglichen und gegebenenfalls den Internet-Zugang einschränken -- all dies vollautomatisch und getreu den Bestimmungen des DMCA (Digital Millennium Copyright Act) auf Verlangen der Copyright-Inhaber mittels einer XML-kodierten sogenannten "Takedown notice".

Als erste Universität wird die Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA) mit rund 37.500 Studenten das System einführen, weitere sollen folgen. Auf Betreiben eines Copyright-Halters wird dann der Benutzer vom System automatisch von der weiteren Nutzung ausgeschlossen -- zumindest zeitweise. Die Bestimmungen der UCLA sehen vor, die Studenten beim ersten Copyright-Verstoß solange vom Internet auszuschließen, bis die entsprechenden Dateien gelöscht sind. Bei wiederholten Verstößen müssen die Delinquenten dann Disziplinarmaßnahmen befürchten.

Schon seit langem sehen Filmstudios und Plattenfirmen in den Universitäten Horte des Missbrauchs von Peer-to-Peer-Netzwerken für den Tausch von Copyright-geschützten Inhalten und versuchen mit immer neuen Maßnahmen, den "Sumpf" trockenzulegen. Kritiker des Systems halten hingegen den Aufwand für nicht vertretbar, da innerhalb kurzer Zeit Workarounds entwickelt würden. (mhe)