Carly Fiorina beschwört die digitale Revolution

HP-Chefin Carly Fiorina wirft einen Blick in die digitale Zukunft.

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HP-Chefin Carly Fiorina hat die Fernsehanstalten in den USA aufgefordert, mehr digitale Techniken einzusetzen und entsprechende Geschäftsmodelle zu entwickeln. In ihrer Keynote auf einer Konferenz der National Association of Broadcasters sagte sie, jede Industrie ändere sich durch die digitale Revolution; dabei unterscheidet sie drei Ebenen: die der Produktion, der Industrie und der Verbraucher.

Zwar gebe es auf der ersten Ebene bereits viele digitale Produkte wie zum Beispiel Digitalkameras. Doch gebe es auch "digitale Inseln", die keine gemeinsame Sprache sprechen. Deshalb setze sich HP für offene Standards ein. Auf Industrieebene gebe es einige Fernsehstationen, die mittlerweile digital arbeiten. Doch werde es wohl noch zehn Jahre dauern, bis die gesamten USA umgestellt seien. Die Fernsehtechnik wandle sich von einem analogen, statischen und physischen in ein digitales, mobiles und virtuelles Medium.

In den vergangenen 5000 Jahren habe sich die Kommunikation gewandelt. Nachdem ursprünglich Kommunikation individuell gewesen sei, habe es zunehmend mehr Möglichkeiten gegeben, dass einzelne Menschen ihre Inhalte an viele weitergeben. Die digitale Revolution bedeute für den Verbraucher neue Möglichkeiten der individuellen Kommunikation. Sie könnten künftig einzelne gewünschte Inhalte zu einem gewünschten Zeitpunkt in Anspruch nehmen und müssten nicht auf eine Lieferung warten.

Fiorina sieht aber noch weitere Konsequenzen der digitalen Revolution. Zum ersten Mal in der Geschichte lebe mehr als die Hälfte der Menschheit in einer Demokratie. Die Information werde zunehmend demokratisiert, wodurch alte Barrieren beseitigt würden. Regierungen, selbst in China, hätten immer weniger Kontrolle über die Informationen; viele Organisation, auch HP, hätten immer weniger Geheimnisse.

Die Menschen bräuchten aber auch mehr Betrachtungsweisen. Das sei wichtig für die Art, wie Geschichte überliefert wird. Mehr als früher erinnern sich die Menschen an etwas, was sie gesehen oder gehört haben. Als Beispiele nannte sie Bilder vom Tiananmen-Platz 1989, von der Berliner Mauer im November des gleichen Jahres oder die Betroffenheit, die durch den Jesus-Film von Mel Gibson ausgelöst worden sei. (anw)