Linus Torvalds befürwortet Backporting im Linux-Kernel
Der Linux-Erfinder hat auf die Aussagen von Suse-CTO Jürgen Geck geantwortet, der die Rückportierung von Features aus dem neuen Kernel 2.6 kritisiert hatte.
Linux-Erfinder Linus Torvalds hat auf die Aussagen von Suse-CTO Jürgen Geck geanwortet, der das "Backporting" von Features aus dem neuen Kernel 2.6 in den Kernel der 2.4.x-Serie als Gefahr für die Standardisierung des Kernels kritisiert hatte. Torvalds erklärte dem US-Magazin Internetnews, er halte die Rückportierung von einigen Features für sinnvoll, da die Firmen so die Kundenwünsche besser erfüllen könnten. Allerdings hält er die Wartung der Patches für die Backports im Allgemeinen für unzureichend.
Auch andere Linux-Größen wie der Gnome-Entwickler und Novell-Vizepräsident Miguel de Icaza halten das Backporting für hilfreich. So habe besonders Red Hats Einbau der Native Posix Threading Library (NPTL) aus dem damaligen 2.5-Entwicklerkernel in den Kernel 2.4 die Skalierbarkeit von Linux verbessert und damit dessen Einsatz bei Unternehmen stark gefördert. Debian-Projektleiter Martin Michelmayr hält die Rückportierung nur dann für nützlich, wenn die Features schon im Kernel 2.6 vorhanden sind. Auch Mandrake-Chef Gael Duval hält die Praxis zwar für unbefriedigend, gibt aber zu, dass auch Mandrake Linux gelegentlich Backporting betreibe.
Nur der ehemalige Debian-Projektleiter und Open Source-Definierer Bruce Perens hielt dagegen und unterstützte den SuSE-CTO: Er kenne einen großen Linux-Kunden, der die Red-Hat-Distribution einsetze, aber keinen Red Hat-Kernel. Die Gefahr, bei der Wartung allein auf Red Hat angewiesen zu sein, sei einfach zu groß. (mhe)