Lindows will an die Börse
Im PC-Preiskampf sieht Lindows eine gute Chance, mit seinem Betriebssystem gegen Microsoft bestehen zu können.
Der US-amerikanische Linux-Distributor Lindows hat bei der Security and Exchange Commission (SEC) eine Registrierung für ein Initial Public Offering (IPO), also eine öffentliche Erstemission, eingereicht. In der Eingabe heißt es, weltweit seien im Jahr 2002 10,4 Milliarden US-Dollar mit Client-Betriebssystemen umgesetzt worden. Davon habe laut IDC Microsoft einen Anteil von 96,1 Prozent gehabt. Nachdem die Preise für PCs gesunken seien, seien die relativen Kosten für Microsofts Betriebssystem angestiegen. Wenn der Preiskampf weiter anhalte, sei Linux eine gute Möglichkeit für PC-Anbieter, die Preise niedrig zu halten.
Lindows erzielt seinen Umsatz aus dem Betriebssystem Linspire, Anwendungssoftware und Dienstleistungen, heißt es weiter in der Eingabe zum geplanten Börsengang. Zur Strategie gehöre unter anderem eine weitere Verbreitung des hauseigenen Betriebssystems. Dabei konzentriere sich das Unternehmen auf Desktop- und Laptop-Nutzer, vor allem in internationalen und aufstrebenden Märkten. Es will zudem Open-Source-Entwickler unterstützen.
Allerdings sei das Unternehmen auch einer Reihe von Risiken ausgesetzt. Falls Lindows seine Vertriebskanäle -- insbesondere in Konkurrenz zu Microsoft -- nicht ausbauen könne oder falls die Nachfrage nach Linux nicht in erwartetem Maße ansteige, werde das Unternehmen in den kommenden Jahren nicht profitabel arbeiten können. Zum 31. Dezember 2003 habe es einen Fehlbetrag von 11,8 Millionen US-Dollar aufgewiesen. International vermarktet Lindows sein Betriebssystem nun nach anhaltendem Druck von Microsoft unter dem Namen Linspire. (anw)