Kettenhemden fĂĽr bessere EKGs
An einer US-Universität haben Forscher 20 Jahre lang eine Elektroden-Weste als Ersatz für viele Herzkatheter-Untersuchungen entwickelt. Damit sollen Herzrhythmusstörungen früher und besser erkannt werden.
Yoram Rudy, Professor für biomedizinische Ingenieurswissenschaft an der Case Western Reserve University in den USA, ermöglicht mit einer Neuentwicklung stark verbesserte EKGs. Der Prototyp einer mit 224 Elektroden bestückten Weste soll im Zusammenspiel mit Computertomographen und spezieller Software, die die EKG-Aufzeichnungen und CT-Aufnahmen für die dreidimensionale Visualisierung zusammensetzt, die Darstellung der elektrischen Herzaktivitäten mit einer Auflösung von rund einem Zentimeter ermöglichen. Eine solch feine Auflösung konnte bisher nur durch den direkten Einschub von mehreren Kathetern mit jeweils bis zu zehn Elektroden in das Herzgewebe erreicht werden. Herkömmliche Geräte zur Aufnahme von EKGs sezten dagegen nur rund ein Dutzend Elektroden an der Körperoberfläche ein.
Durch eine frühzeitige Erkennung von kleinsten Herzrhythmusstörungen könnte die Zahl von jährlich 250.000 Opfern des plötzlichen Herztods in den USA deutlich reduziert werden. Die Entwicklung des vom US-amerikanischen National Heart, Lung and Blood Institute geförderten Prototypen dauerte 20 Jahre und soll nun in klinischen Studien erprobt werden. (mhe)