EU sieht zunehmende Verbreitung von schnellen Internetzugängen

Bei einer Ministertagung haben die EU-Mitglieder ihre Strategien zur Breitband-Versorung vorgelegt. EU-Kommissar Liikanen hat dazu Stellung genommen.

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Die zuständigen Minister der EU-Mitgliedsstaaten haben sich im irischen Dundalk getroffen, um den Stand der Dinge bei der Breitband-Versorgung zu besprechen. EU-Kommissar Erkki Liikanen sagte auf dem Treffen, alle Mitglieder hätten ihre nationalen Strategien vorgelegt. Diese sollten nun in die Tat umgesetzt werden.

Als einen der Trends des Jahres 2004 sieht Liikanen, dass sich die Zahl der Breitbandverbindungen in Europa verdoppeln werde. Zurzeit haben etwa sechs Prozent der EU-Haushalte einen solchen Anschluss. Die EU sei auf dem besten Weg, die Ziele des Programms eEurope 2005 zu erreichen. Außerdem sieht er eine Entwicklung hin zur Konvergenz, zum Beispiel bei Voice-over-IP oder TV über ADSL. Deshalb sei die Interoperabilität zwischen verschiedenen Medien und Kommunikationsgeräten wichtig.

Um die Breitband-Infrastruktur zu unterstĂĽtzen, sollte durch verbesserte Sicherheit bei Hard- und Software und den Kampf gegen Spam Vertrauen und Zuversicht hergestellt werden. Der Versand von Spam mĂĽsse durch gesetzliche MaĂźnahmen so teuer werden, dass er unwirtschaftlich werde.

Die Verbreitung von Breitbandanschlüssen nehme zwar schnell zu, aber hauptsächlich in Städten. Für ländliche Gebiete finden sich kaum Anbieter, die ein profitables Geschäft wittern. Dabei seien gerade für ländliche Gegenden Breitbandverbindungen oft von Vorteil oder nötig, so Liikanen. Schließlich überbrücke das Internet die Entfernungen zu weiter entlegenen Gesundheits- oder Bildungseinrichtungen.

In vielen Ländern hätten die Gemeinden die Möglichkeit, eigene Netze einzurichten, wo es an privaten Investitonen fehle. Andere Staaten wiederum meinen, dass diese Aktivitäten private Investitionen verhinderten. Um die Risiken zu vermeiden, habe die EU im Juli 2003 entsprechende Richtlinien erlassen, so Liikanen. (anw)