China schreibt keine Standards fĂĽr 3G-Mobilfunk vor
Die chinesische Regierung will bei der Einführung von 3G keine Standards vorschreiben und dadurch auch die Zahlung von Lizenzgebühren an ausländische Firmen ermöglichen.
Der US-Druck auf China zeigt offenbar Wirkung: Beim Streit um Lizenzgebühren für 3G-Standards hat die chinesische Regierung wie bereits bei der Diskussion um WAPI offenbar eingelenkt. Chinesische Netzbetreiber dürfen künftig beliebige Standards für ihre Mobilfunknetze der dritten Generation (3G) verwenden. China hatte bislang auf eine eigene Technik, TD-SCDMA, gesetzt. Das weckte Befürchtungen, dass China Lizenzzahlungen für 3G-Netze unterbinden könnte, indem der Einsatz dieses Standards vorgeschrieben wird.
Die chinesische Regierung erklärte sich nun bereit, den Netzbetreibern die Wahl der verwendeten Standards zu überlassen und sich nicht in Lizenzverhandlungen einzumischen. Neben dem chinesischen Standard stehen somit das CDMA-Verfahren des US-Ausrüsters Qualcomm und WCDMA, der in Europa und Japan verwendete UMTS-Standard, zur Wahl.
Offenbar will China aus der Not nun eine Tugend machen und selber Lizenzgebühren für den TD-SCDMA-Standard verlangen. Vertreter des 3G-Planungsgruppe des chinesischen Informationsamtes sagten, diese würden ungefähr 30 Prozent günstiger als für WCDMA ausfallen. (uma)