Spieleentwickler in Aufbruchstimmung

Bei den Computerspiele-Entwicklern in Deutschland herrscht nach Ansicht des niedersächsischen Verbandes der Spieleentwickler große Aufbruchstimmung.

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  • dpa

Bei den Computerspiele-Entwicklern in Deutschland herrscht nach Ansicht des niedersächsischen Verbandes der Spieleentwickler große Aufbruchstimmung. "Im Moment passiert ganz viel in der Branche. Die Produzenten rücken deutlich zusammen, um sich gemeinsam besser auf dem internationalen Markt positionieren zu können", sagte Olaf Wolters, der Vorstandsvorsitzende des Spieleentwickler-Verbandes Northstar Developers, in einem Gespräch mit der dpa.

Derzeit liege der Weltmarktanteil der in Deutschland produzierten Spiele bei rund zehn Prozent. "In Europa spielen wir nur die zweite Geige, weltweit die dritte. Um das zu ändern, muss vor allem die internationale Wettbewerbsfähigkeit erhöht werden", sagte Wolters. In Zusammenarbeit mit der Mediengesellschaft Nordmedia in Hannover hat der 32 Jahre alte Jurist deshalb ein Pilotprojekt gestartet, das die Qualifizierung von Fachpersonal zum Ziel hat. Eine sechsteilige Workshop-Reihe dazu hat an diesem Wochenende begonnen.

Der größte Konkurrent auf dem Markt für Computerspiele sind nach Darstellung von Wolters die USA. "Die Branche ist dort wesentlich etablierter und hat bessere Marketing-Möglichkeiten. In Deutschland gibt es noch kein einheitliches Berufsbild, und es fehlt einfach das Eigenkapital", erklärte Wolters. Zur Zeit gebe es nur Quereinsteiger und Autodidakten, Ausbildungsmöglichkeiten würden gerade erst geschaffen. Seit einigen Jahren müssten die Produkte außerdem über das Ausland wie etwa Österreich, Frankreich oder England vermarktet werden, da es keine deutschen Vertriebsfirmen mehr gebe.

Neun von zehn niedersächsischen Entwicklungs-Studios, die Unterhaltungssoftware im professionellen Bereich produzieren, haben sich zu der Initiative Northstar Developers zusammengeschlossen. Diese war im vergangenen Jahr aus der Arbeit an dem in Hannover produzierten Computer-Animationsfilm "Back to Gaya" hervorgegangen. Bundesweit gibt es laut Wolters rund 60 Entwicklungs-Studios. (dpa)/ (cp)