Siltronic wagt neuen Anlauf zur Börse [Update]
Nach dem fehlgeschlagenen ersten Versuch will der größte nichtjapanische Hersteller von Reinstsilizium-Wafern für die Halbleiterherstellung spätestens im Juli an der Börse sein.
Nach ihrem fehlgeschlagenen ersten Versuch will die Siltronic AG spätestens im Juli an der Börse sein. Das berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf Frankfurter Finanzkreise. Damit wage der Zulieferer für die Chipindustrie schneller als erwartet den zweiten Versuch für eine Platzierung seiner Aktien.
Siltronic ist der größte nichtjapanische Hersteller von Reinstsilizium-Wafern für die Halbleiterherstellung. Weltweit hat die Firma nach eigenen Angaben an den Standorten in Europa, in den USA, Asien und Japan rund 7000 Beschäftigte. Ende März hatte die Tochtergesellschaft des Familienunternehmens Wacker-Chemie die ersten Schritte zum Börsengang kurzfristig aufgegeben. Grund war die schlechte Börsenverfassung nach dem Terroranschlag in Madrid Mitte März. Jetzt erwarten die Emissionsbanken unter Führung von Deutscher Bank und Morgan Stanley auch eine weitere Verbesserung der Konjunktur in der Halbleiterindustrie.
Die Investmentbanker zielten dem Vernehmen nach auf einen Termin für Siltronic zwischen dem Börsengang der Postbank am 21. Juni und einem Zeitpunkt Mitte Juli, berichtet die Zeitung. Die endgültige Entscheidung solle spätestens Ende Mai fallen. Um den Börsengang auf jeden Fall zu einem Erfolg werden zu lassen, wird laut FAZ eine leichte Absenkung der Preisspanne erwogen, die beim ersten Anlauf 14,50 bis 19 Euro je Aktie betragen hatte. Dennoch solle das geplante Emissionsvolumen von bis zu 1,1 Milliarden Euro auch dieses Mal nahezu erreicht werden.
"Wir warten auf eine Stabilisierung des Marktumfeldes und auf eine Beruhigung der Kapitalmärkte, um den Börsengang in einem geeigneteren Umfeld fortzusetzen", kommentierte mittlerweile ein Unternehmenssprecher den Bericht der FAZ. Derzeit gebe es zwar keine konkrete Terminplanung, grundsätzlich aber wolle man die Pläne aber "so schnell wie möglich" umsetzen, da die Prognosen für den Halbleitermarkt derzeit günstig seien. (jk)