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Von
  • Henning Behme

Quasireligiöse Verehrung, wie Jobs sie bei seinen Auftritten von den eigenen Anhängern erfährt, bringt manch bekennenden Skeptiker im Gegenzug dazu, seine Zweifel zu pflegen und zu betonen. Kein Wunder, dass Nichtjünger sich auf das konzentrieren, was dem Gerät fehlt.

Es hat kein Multitasking und kein Flash. Kein Standard-USB, kein Ethernet. Keine Kamera, kein richtiges Drucken. Die Liste lieĂźe sich fortsetzen, aber ebenso konterkarieren.

Nicht alle der genannten Eigenschaften sind aus Unternehmenssicht zwingend notwendig. Nur so viel: Kamerabewehrte Handys sind in manchen Firmen schon heute nicht mehr willkommen, um es vorsichtig auszudrücken. Eine Ethernet-Schnittstelle hingegen wäre mehr als begrüßenswert, schon weil Sicherheitsverantwortlichen beim Gedanken an wildes WLAN der Schweiß auf der Stirn perlt.

Leider übliches Vorgehen: Version 1.0 reift beim Kunden. Insofern darf das iPad als unfertig gelten, wenn es im Mai oder Juni in Deutschland zu kaufen ist. Was es unbedingt können müsste, dürfte sich im Wettstreit seines Nachfolgers mit künftigen Tablet-PCs von Lenovo über Acer und Dell bis zur Microsoft-HP-Kooperation oder dem WePad schnell herausstellen. Dass Apple den Unternehmenseinsatz zumindest mit bedacht hat, statt ausschließlich auf den Freizeitnutzer zu setzen, zeigen LDAP- beziehungsweise Exchange-Anbindung und VPN-Fähigkeit.

Wenn Gadgets sich als neueste Mode verbreiten, wollen deren Anhänger sie mindestens auch in der Firma nutzen – eine Art Graswurzeltechnik, die schon beim iPhone und in gewissem Sinne bei Linux zu beobachten war. Im Falle von Tablet-PCs ist ebenfalls zu erwarten, dass die Macht des faktischen Anwenders die Oberhand behält. Zumal es ein Leichtes ist, die auf dem Desktop erstellte Präsentation unterwegs einem letzten Update zu unterziehen, bevor man beim Kunden ankommt.

In einem Jahr spricht wahrscheinlich niemand mehr über die vielleicht fehlende Eignung des iPad, das hier generisch für Tablet-PCs steht, für den Unternehmenseinsatz. Der wird selbstverständlich sein, was immer die Hersteller von Tablet-PCs und vor allem Firmen-Admins anstellen müssen, um es sinnvoll und sicher hinzubekommen. Das können durchaus Third-Party-Apps sein.

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