Wissenschaftler fordern Lockerung von US-Einreisebestimmungen
US-amerikanische Wissenschaftsorganisationen kritisieren die US-Regierung und fordern Änderungen in den Einreisebestimmmungen für ausländische Wissenschaftler und Studierende.
25 US-amerikanische Wissenschaftsorganisationen haben die US-Regierung scharf kritisiert und Änderungen in den Einreisebestimmmungen für ausländische Wissenschaftler und Studierende gefordert. In einer gemeinsamen Erklärung beklagen die Wissenschaftler, dass die Forschung in den USA durch teilweise monatelange Verzögerungen bei der Ausstellung von Visa stark behindert würde. Für eine wachsende Zahl von Wissenschaftlern und Studierenden sei die USA nicht mehr die erste Wahl, kritisieren die Forscher -- diesen Trend gelte es umzukehren.
Die Organisationen fordern deshalb unter anderem, dass Visa nicht mehr nur für jeweils ein Jahr, sondern für die Studiendauer beziehungsweise die Dauer des Forschungsaufenthalts ausgestellt werden sollten. Außerdem sei es unbedingt notwendig, den Prozess der Sicherheitsüberprüfung durch eine Auskunftsplicht der Behörden transparenter zu gestalten. Laut Wall Street Journal will das Department of Homeland Security bereits innerhalb "der nächsten Wochen" Vorschläge vorlegen, um die Probleme zu lösen.
Bei der Sicherheitsüberprüfung nach dem Mantis-Visa-Programm werden beispielsweise Staatsbürger aus Ländern, die als Geldgeber des Terrorismus gelten oder die sich mit Wissensgebieten beschäftigen, die auf der so genannten Technology-Alert-Liste stehen, gesondert überpüft. Ein ähnliches Programm, das so genannte Condor-Programm, gilt für Bürger aus islamischen Ländern, die auf mögliche terroristische Hintergründe abgeklopft werden. Das renommierte britische Wissenschaftsmagazin Nature hatte der Problematik bereits im Januar einen eigenen Schwerpunkt gewidmet, dabei allerdings beklagt, dass es sehr schwierig sei, gesicherte statistische Daten über das tatsächliche Ausmaß der Probleme zu erhalten. (wst)