Satellitenbetreiber SES mit Rückgängen im 1. Quartal

Während der Umsatz (minus 0,1 Prozent) und das EBITDA-Ergebnis (minus 0,4 Prozent) noch nahezu auf Vorjahresniveau lagen, sank der Nettogewinn der SES-Gruppe im ersten Quartal 2010 um 13,1 Prozent. Das Unternehmen korrigierte zudem seine Prognosen für das Gesamtjahr nach unten.

vorlesen Druckansicht 12 Kommentare lesen
Lesezeit: 3 Min.
Von
  • Peter-Michael Ziegler

Der weltweit führende Satellitenbetreiber SES hat die ersten drei Monate 2010 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit Rückgängen abgeschlossen. Während der Umsatz mit 423,4 Millionen Euro (minus 0,1 Prozent) und das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) mit 307,6 Millionen Euro (minus 0,4 Prozent) noch nahezu auf Vorjahresniveau lagen, sank der Nettogewinn der SES-Gruppe im ersten Quartal um 13,1 Prozent auf 105,9 Millionen Euro. Verantwortlich dafür war laut Bilanz (PDF-Datei) insbesondere ein erhöhter Nettofinanzierungsaufwand, der im Quartalsvergleich um 54,6 Prozent auf 63,7 Millionen Euro zunahm.

Insgesamt gesunken ist auch die Nutzungsrate der zur Verfügung stehenden Transponder der SES-Satellitenflotte. Während bei der Astra-Flotte Ende März von 318 verfügbaren Transpondern 273 (plus 1) genutzt wurden (85,8 Prozent), sank die Nutzungsrate der Transponder der World-Skies-Flotte um 4,9 Prozentpunkte auf 75,8 Prozent. Laut SES liegt dies daran, dass sich die Zahl der zur Vermarktung durch den Konzern zur Verfügung stehenden Transponder um 55 erhöht habe. Die World-Skies-Satelliten NSS-12 und NSS-5 hätten mit 39 respektive 31 zusätzlichen Transpondern dazu beigetragen, 15 Transponder des AMC-16 könnten wegen Schaltkreisproblemen bei Sonnenkollektoren hingegen nicht mehr genutzt werden.

Unternehmensangaben zufolge sind die Kapazitäten des im Januar für Dienste in Asien und Afrika in Betrieb genommenen NSS-12-Satelliten Kunden bereits vertraglich zugesichert worden. Zu den ersten neuen Kunden gehöre etwa die Gruppe Wananchi, die drei Transponder für die Ausstrahlung von Programmen für den Direktempfang (DTH) und von Breitband-Diensten in Ostafrika nutzen wolle. Den bereits 1997 ins All beförderten Satelliten NSS-5 hatte die SES-Gruppe zuletzt auf die Position 340 Grad Ost verlegt. Negative Auswirkung auf das gesamte Geschäftsjahr hat SES-Angaben zufolge der wiederholte Startabbruch einer Ariane-Trägerrakete, die den Satelliten Astra 3B ins All und damit neue Kapazitäten für Europa bringen sollte.

Zwar lägen die Ergebnisse für das 1. Quartal "voll im Rahmen unserer Erwartungen", erklärte der Vorsitzende der Geschäftsleitung und CEO von SES, Romain Bausch, am Freitag, aufgrund der Verzögerung des Starts des Satelliten Astra 3B und der Umsatzeinbußen auf AMC-16 sei es aber "vorsichtiger", die im Februar veröffentlichte Guidance "leicht anzupassen". So rechne SES für das Gesamtjahr 2010 nur noch mit einer Umsatzsteigerung von 4 bis 5 Prozent statt zuvor 5 Prozent. Die Zahl der über das Astra-Satellitensystem ausgestrahlten HDTV-Kanäle hat sich laut SES bis zur Vorlage des Quartalsberichts auf 123 erhöht und übertreffe damit die anfänglichen Erwartungen. (pmz)