Papst: Internet kann Gleichschaltungsorgan werden
Das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche sieht in der digitalen Welt Chancen, aber auch Gefahren. Zu den Gefahren zählt Benedikt XVI. die Förderung des "intellektuellen und moralischen Relativismus'".
Papst Benedikt XVI. sieht in der digitalen Welt Chancen, aber auch Gefahren. Das Internet sei eine große positive Herausforderung für die Kirche, und Gläubige könnten auch dort ihre frohe Botschaft weitertragen, sagte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche laut einer Meldung von Radio Vatikan vor Teilnehmern einer Tagung über "Digitale Zeugen". Das Netz könne aber auch zu einem Gleichschaltungsorgan werden und "intellektuellen und moralischen Relativismus" fördern.
Der Papst fügte an, dass die Kirche nicht gegen neue Technologien sei, die sie auch nutze. Im Januar dieses Jahres hatte er sich dafür ausgesprochen, das Internet stärker zur Verbreitung des christlichen Glaubens zu nutzen. Nun sagte er, "unsere Kraft liegt aber im Kirche-Sein, in der Gemeinschaft der Gläubigen".
Der damalige Kardinal Joseph Ratzinger hatte 2005 in einer Predigt kurz vor seiner Wahl zum Papst vor einer "Diktatur des Relativismus" gewarnt, die nichts als endgĂĽltig anerkenne und als letztes MaĂź nur das eigene Ich und seine GelĂĽste gelten lasse. Unter Relativismus versteht Benedikt XVI. das "Hin-und-hertreiben-lassen vom WindstoĂź irgendeiner Lehrmeinung". (anw)