Themenmolekül: MoFo Scientist

Glasers gesammelte Linkwolke aus der Welt der Wissenschaft und Technologie. Heute: Von Quantenzustandskeksen über Stehlampenmoleküle bis hin zu hydrodynamischen Tänzen.

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Von
  • Peter Glaser

Auf meinen Expeditionen durch das Netz finde ich immer wieder bemerkenswerte Informationsatome, die sich mit der Zeit zu digitalen Themenmolekülen verbinden. Gelegentlich möchte ich der geneigten Leserschaft solche Link-Gravitationswolken aus der Welt der fröhlichen Wissenschaft und Technologie vorlegen. Heute: Von Quantenzustandskeksen über Stehlampenmoleküle bis hin zu hydrodynamischen Tänzen.

Atomkekse: Die Leute von Evil Mad Scientist Laboratories haben sich mal angesehen, wie Wasserstoffatome aussehen würden, wenn wir sie sehen könnten. Sie können, wie man hier sehen kann, verschiedene Zustände annehmen. Und zum Glück gibt es eine Methode, um das komplexe quantenphysikalische Geschehen genießbar zu machen, nämlich diese Atomkekse daraus zu backen.

Wunderwürfel: Der pCubee ist ein handliches kubistisches Display, bestehend aus fünf Flachbildschirmen mit perspektivkorrigierender Darstellung, die erstaunliche Visualisierungen und Interaktionen mit dreidimensionalen Inhalten ermöglichen (Video).

Wissenschaftliche Kissen: Von Heather Lins aus Madison, Wiscounsin gibt es eine Serie namens "The Science Project Collection" von aus umweltfreundlichem Material gefertigten Kissen, auf denen verschiedene wissenschaftliche Querschnitt-Abbildungen zu sehen sind, etwa ein geologischer Querschnitt durch einen Vulkan oder ein Querschnitt durch eine Blüte.

Modernistische Reklame für die Wissenschaft: Die Designer Katie Varrati und Derrick Schultz von Studio BustBright in Los Angeles haben auf Flickr ein wunderbares Sortiment von Wissenschafts-Werbung aus verschiedenen Zeitschriften und Magazinen der fünfziger und sechziger Jahre zusammengetragen.

MoFo Sientist: Schickes Musikvideo der Gruppe "The Casual Mafia", die ein modernes Selbstbild des Wissenschaftlers propagiert: "I'm a motherfucking Sientist".

Bemerkenswerte Bildtafeln aus einem illustrierten Führer durch Körper und Geist, nämlich Joseph Handlera "Le Livre de Sante" von 1967, erster Band: "La Place de L'Homme dans L'Univers".

Riesenhüpfer: Die gigantischen Insekten des Boston Science Museum verleihen der ganzen wundervollen Einrichtung etwas von einem Kindermuseum für Erwachsene (via Britannica Blog).

Lampenmolekül: Eine überdimensionale Molekülkette mit Glühbirnen, mit der man sich das Wohnzimmer kunstvoll ausleuchten lassen kann, findet sich in der lumimod boutique auf Etsy.

Beständig bewegte Zeit: Der holländische Künstler Sander Mulder hat mit seiner bemerkenswerten Continue Time Clock eine Uhr gebaut, bei der zwei der drei Zeiger ständig um einander – und nicht wie gewöhnlich um die Mitte des Ziffernblatts – rotieren. Das ganze ergibt sowohl ein reizvolles kinetisches Kunstwerk als auch eine funktionsfähige Uhr, die ihre Gestalt innerhalb von jeweils 12 Stunden ständig ändert (Video).

Korrekt gekleidet am Säureregal: Fotografie einer Biologiestunde in den dreißiger Jahren an der St Paul's School (Hammersmith, London).

Schokoherzen: Die anatomisch korrekt geformten Herzen aus Milchschokolade oder dunkler Schokolade des britischen Gruselshops "Pushin Daisies" gibt es in zwei Gewichtsklassen ("Wunderbares Geschenk für den Kardiologen oder Bestatter").

Lerne die Protozoen kennen: The Design Observer Group hat eine Reihe von älteren, interessanten Buchumschlägen zusammengestellt, darunter Werke wie "How To Know The Protozoa", "Animals Without Bakbones" und "Was jeder von der Weltwirtschaft wissen muß"

Anatomisch originalgetreue Skulpturen: Schwarzer Humor in Form von Bildwerken und Großskulpturen aus dem Atelier van Lieshout. Einige der Arbeiten sind auch benutzbar, so etwa das große, violette Spermium, das man durch das Köpfchen betreten kann. Im Inneren haben ein Bett und ein kleiner Tisch Platz gefunden. Nicht unerwähnt bleiben darf auch die Lampe in Gestalt eines Manns, dem die Gedärme aus dem Bauch quellen.

Wissenschaftlich tanzen: Eine bemerkenswerte Tanzaufführung (Video) von Hope Goldman, die auf den Prinzipien der Hydrodynamik basiert, mit deren Hilfe sich die Bewegungen von Flüssigkeiten und Gasen vorhersagen lassen. Der Tanz, der zu sehen ist, wurde live aufgezeichnet, das heißt, keiner der Effekte wurde nachträglich hinzugefügt. Stattdessen benutzten Goldman und Andrew Moffat, Spezialist für visuelle Kunst, infrarotes Licht und eine modifizierte billige Webcam mit eigens geschriebener Software. (bsc)