Forschung stellt Stammzellen-Wahrheiten in Frage

In den vergangenen Wochen veröffentlichte Studien dürften für Bewegung in der teils hitzig geführten Debatte um embryonale Stammzellen sorgen.

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Von
  • Sascha Mattke

In den vergangenen Wochen veröffentlichte Studien dürften für Bewegung in der teils hitzig geführten Debatte um embryonale Stammzellen sorgen, berichtet Technology Review aktuell. Demnach mehren sich die Anzeichen, dass nicht nur embryonale, sondern auch adulte Stammzellen in der Lage sind, verschiedenste Arten von Zelltypen auszubilden.

In der Öffentlichkeit herrscht bislang die Ansicht vor, dass adulte, also aus dem Körper von Erwachsenen entnommene Stammzellen in ihrer Verwendbarkeit zu stark eingeschränkt seien -- Knochenmark-Stammzellen beispielsweise sollen nur Blutzellen bilden können. Embryonale Stammzellen dagegen haben das Potenzial, sich zu jeder beliebigen Gewebeart zu differenzieren; aber um sie zu nutzen, müssten Embryos extra für die medizinische Verwendung gezüchtet werden.

Bereits mehrfach wurde beobachtet, dass sich adulte Stammzellen aus dem Knochenmark eines Spenders in Organen wie Leber, Schilddrüse oder Milz der Empfänger wiederfanden. Allerdings war unklar, ob die gespendeten Stammzellen allein zu den Organzellen wurden oder ob sie eine Fusion mit Empfängerzellen eingegangen waren. Eine neue Studie aus den USA zeigte aber jetzt, dass es zumindest möglich ist, dass dieser Effekt ohne Zellfusion zustande kommt.

Die beteiligten Forscher sprechen sich allerdings dagegen aus, voreilig Schlüsse zu ziehen: "Es wäre vermessen, nun zu fordern, die embryonale Stammzellenforschung aufzugeben. Der neue Knochenmark-Ansatz kann sich als reine Alchemie erweisen -- oder als ganz real. Wir wissen es einfach noch nicht."

Siehe dazu in Technology Review aktuell: (sma)