Zwei PCIe-x16-Karten nutzen
Eigentlich reicht mir eine einzige Grafikkarte in meinem neuen PC mit dem Intel-Prozessor Core i3-540, aber ich würde gerne später aufrüsten können. Deshalb hatte ich extra ein Mainboard mit zwei Steckplätzen für PCIe-x16-Karten gekauft. Nun verwirrt mich der Hinweis des Mainboard-Herstellers, dass ich den zweiten PEG-Slot auf dieser Platine mit dem Chipsatz H57 nur in Verbindung mit einem Quad-Core-Prozessor nutzen kann. Um meinen Doppelkern mit zwei PCIe-x16-Karten betreiben zu können, hätte ich demnach ein P55-Board kaufen müssen – stimmt das so?
Eigentlich reicht mir eine einzige Grafikkarte in meinem neuen PC mit dem Intel-Prozessor Core i3-540, aber ich würde gerne später aufrüsten können. Deshalb hatte ich extra ein Mainboard mit zwei Steckplätzen für PCIe-x16-Karten gekauft. Nun verwirrt mich der Hinweis des Mainboard-Herstellers, dass ich den zweiten PEG-Slot auf dieser Platine mit dem Chipsatz H57 nur in Verbindung mit einem Quad-Core-Prozessor nutzen kann. Um meinen Doppelkern mit zwei PCIe-x16-Karten betreiben zu können, hätte ich demnach ein P55-Board kaufen müssen – stimmt das so?
Ja, weil Intel bei der jüngsten Core-i3/i5-Prozessorgeneration auf sehr verwirrende Art Funktionen der Prozessoren an den jeweils vorhandenen Chipsatz knüpft. Ob es dafür technische Gründe gibt, verrät Intel bislang nicht.
Die Dual-Core-Prozessoren der Baureihen Celeron G1100, Pentium G6000, Core i3-500, Core i5-600 sowie die Quad-Cores Core i5-700 und Core i7-800 enthalten allesamt jeweils einen PCI Express Root Complex, binden also PCIe-Geräte über 16 PCIe-Lanes direkt an. Zudem kommunizieren alle diese Prozessoren im LGA1156-Gehäuse mit dem Mainboard-Chipsatz via Direct Media Interface (DMI), welches einer PCIe-x4-Verbindung ähnelt.
Grundsätzlich können alle LGA1156-CPUs über ihre 16 PCIe-Lanes nicht nur eine einzige Karte anbinden, sondern auch zwei PCIe-x8-Ports. Der jeweilige Chipsatz – für LGA1156-Prozessoren gibt es zurzeit P55, Q57, H57 und H55 sowie 3400, 3420 und 3450 für die eng verwandten Xeon-3400-Prozessoren – hat mit den direkt am Prozessor angebundenen PCIe-Karten eigentlich nichts zu tun.
Trotzdem hat Intel die von Ihnen festgestellten Funktionsbeschränkungen festgelegt: Die zwei PCIe-x8-Ports der Dual-Core-Prozessoren mit dem Codenamen Clarkdale lassen sich nur auf Mainboards mit P55-Chipsatz nutzen. Dazu ist möglicherweise sogar noch ein BIOS-Update nötig, sofern der Board-Hersteller die Möglichkeit überhaupt korrekt freischaltet.
Andererseits ist es aber auch auf Mainboards mit H55- oder H57-Chipsatz möglich, die beiden PCIe-x8-Ports eines LGA1156-Vierkerns, also eines „Lynnfield“-Prozessors der Serie Core i5-700 oder Core i7-800, zu nutzen. Die Xeon-3400-Prozessoren von Intel sind sogar noch flexibler, weil sie ihre 16 PCIe-Lanes sogar auf vier PCIe-x4-Ports verteilen können – aber, wie Sie sicherlich schon erraten haben, wiederum nur auf einem Mainboard mit dem Chipsatz 3400, 3420 oder 3450. Das Vorhandensein des Chipsatzes 3400 indes blockiert dabei die Nutzung der 16 PCIe-Lanes in Form eines einzigen Ports – hier, so will es Intel, sind ausschließlich x8- oder x4-Ports zulässig. (ciw)