Telekom Austria ĂĽberrascht Analysten

Parallel zu gut verlaufenen Geschäften wurde der Personalstand bei Telekom Austria reduziert; der Wireline-Bereich hat rund 1.000 Stellen abgebaut, während im Wireless-Segment gut 50 Arbeitsplätze geschaffen wurden.

vorlesen Druckansicht 17 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Telekom Austria überrascht mit den Ergebnissen des ersten Quartals die Analysten: Die Steigerung des Nettogewinns um 88,5 Prozent auf 70,1 Millionen Euro liegt deutlich über deren Schätzungen -- die österreichischen Banken hatten zwischen 53 und 61,1 Millionen erwartet. Der Konzern konnte gleichzeitig seine Nettoverschuldung um täglich mehr als eine Million Euro auf 2.536,7 Millionen reduzieren und erstmals deutlich unter den Wert des Eigenkapitals drücken (nunmehr 94,4 Prozent). Parallel wurde auch der Personalstand reduziert; im Jahresabstand hat der Wireline-Bereich rund 1.000 Stellen abgebaut, während im Wireless-Segment gut 50 Arbeitsplätze geschaffen wurden. Im Laufe des Jahres sind weitere 200 bis 300 Streichungen geplant, was den Festnetz-Personalstand unter 10.000 drücken könnte. Erstmals könnten sich auch die Arbeitsplätze im Mobilfunk reduzieren.

Der Konzernumsatz erhöhte sich im ersten Quartal im Jahresabstand um 4,1 Prozent auf 989,4 Millionen Euro. Das EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) kletterte um 2,7 Prozent auf 416,7 Millionen, das Betriebsergebnis um 11,6 Prozent auf 136 Millionen. Auch die hohe EBITDA-Marge stieg weiter und betrug mehr als 42 Prozent. Während im Festnetz der Umsatz um 1,7 Prozent auf 535,2 Millionen und das EBITDA auf 213,4 Millionen Euro sank, wurde das Betriebsergebnis um 107,8 Prozent auf 21,2 Millionen nach oben katapultiert. Gewohnt gute Resultate weist die Mobilfunk-Tochter Mobilkom Austria mit ihren Netzen in Österreich, Kroatien, Liechtenstein und Slowenien auf. Umsatz und EBITDA wuchsen um rund ein Zehntel auf 514,1 respektive 209 Millionen Euro (davon 420,3 beziehungsweise 176,6 Millionen in Österreich); das Wireless-Betriebsergebnis ist mit 120,4 Millionen um 8,6 Prozent besser ausgefallen.

Obwohl sich der Quartalsgewinn je Aktie im Jahresabstand von 8 Cent auf 14 Cent erhöht hat, verlor das Telekom-Papier in den ersten beiden Handelsstunden an der Wiener Börse 0,18 Prozent auf 11,21 Euro. Die Hauptversammlung am 3. Juni soll eine Verlängerung eines laufenden Aktienrückkaufprogrammes (bis 10 Prozent der Anteilsscheine) beschließen und den maximalen Stückpreis auf 18 Euro erhöhen. Im Juni könnte sich zudem die Republik Österreich von weiteren 17 Prozent der Anteile trennen -- sehr zum Unbill der Belegschaftsvertreter. (Daniel AJ Sokolov) / (jk)