Linux-Distributor Red Hat überarbeitet Bilanzen

Der Linux-Distributor Red Hat verbucht künftig die Abonnements für Enterprise Linux auf täglicher statt auf monatlicher Basis; dadurch gibt es Verschiebungen beim operativen und Netto-Gewinn.

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Von
  • Jürgen Kuri

Der Linux-Distributor Red Hat wird seine Bilanzen überarbeiten und neu veröffentlichen. Allerdings erwartet die Firma dadurch keine materiellen Auswirkungen auf den ausgewiesenen Umsatz, den Cash-Flow und die verbuchten neuen Abonnements für Red Hat Enterprise Linux. Allerdings werde es doch spürbare prozentuale Unterschiede beispielsweise beim operativen und beim Nettogewinn geben, hieß es bei dem Linux-Distributor.

So erwartet Red Hat beispielsweise für das erste Quartal, das am 31. Mai 2004 endete, statt eines operativen Gewinns von 4,901 Millionen US-Dollar einen Gewinn zwischen 4,500 und 4,850 Millionen US-Dollar. Der Netto-Gewinn soll im ersten Quartal statt bei 10,674 Millionen US-Dollar zwischen 10,273 und 10,723 Millionen US-Dollar liegen. Im ersten Quartal des Vorjahres werde es beim Netto-Gewinn statt 1,519 Millionen US-Dollar dann 0,913 bis 1,063 Millionen US-Dollar geben. Ähnliche Änderungen soll es auch für die restlichen Quartale des Jahres 2003 und für die Quartale 2002 geben; teilweise liegt dabei der Gewinn selbst bei der niedrigsten vorläufigen Berechnung höher als bislang ausgewiesen, in anderen Fällen ist er auch im günstigsten Fall niedriger als bislang bilanziert.

Red Hat begründet die Neuberechnungen damit, dass man nach Diskussionen mit dem zuständigen Wirtschaftsprüfer bei PricewaterhouseCoopers, der turnusgemäß gewechselt habe, eine andere Bilanzierung für die Abonnements bei Red Hat Enterprise Linux gewählt habe. Diese wurden bislang auf monatlicher Basis in die Bilanzen aufgenommen, auch im ersten Monat des Vertrags -- egal, an welchem Tag des Monats der Vertrag tatsächlich begann. Nun sollen die Abonnements auf täglicher Basis über die Gesamtdauer des jeweiligen Vertrags verbucht werden. Das führe dazu, dass sich Teile der daraus resultierenden Umsätze vom Monat, in dem das Abonnement vertragsgemäß starte, in den Monat verlagerten, in denen das Abonnement ende, erklärte Red Hat.

Auch wenn Red Hat sich deutlich um beruhigende Worte an die Aktionäre bemüht, löste die Mitteilung doch einige Nervosität bei den in den vergangenen Jahren und Monaten durch diverse Bilanzskandale gebeutelten US-Investoren aus. So sackte die Aktie im vorbörslichen Handel in den USA um bis zu 6,6 Prozent ab. Zu Beginn des offiziellen Handels an der Nasdaq lag die Red-Hat-Aktie dann mit über 12 Prozent im Minus bei 17,85 US-Dollar. (jk)