Ă–sterreichische D-Netz-Frequenzen unter dem Hammer
Die österreichische Regulierungsbehörde Telekom-Control-Kommission (TKK) hat heute ein Vergabeverfahren für Nutzungsrechte von GSM-Frequenzen gestartet.
Die österreichische Regulierungsbehörde Telekom-Control-Kommission (TKK) hat heute ein Vergabeverfahren für Nutzungsrechte von GSM-Frequenzen gestartet. Neben einem kleinen Frequenzpaket im 1800-MHz-Bereich werden im Herbst drei E-GSM-Pakete versteigert. Die Rufpreise haben sich gegenüber der letzten, nur teilweise erfolgreichen Versteigerung deutlich reduziert. War ein 2 × 2,0-MHz-Paket im Herbst 2002 für mindestens vier Millionen Euro angeboten worden, muss diesmal das Erstgebot lediglich 157.000 Euro betragen. Wer mitsteigern will, muss bis 16. September neben Bankgarantien (ab einer Million Euro) auch Beweise für seine wirtschaftlichen und technischen Fähigkeiten vorlegen. Die Nutzungsrechte laufen Ende 2019 aus, weitere Reserven für GSM-Frequenzen bestehen nicht.
Die drei E-GSM-Pakete liegen in einem ehedem vom analogen D-Netz genutzten Frequenzbereich. Der Bereich 880-890 MHz dient dabei als Uplink-Segement während der Bereich 925-935 MHz für Downlinks vorgesehen ist. Zwei der drei Pakete beinhalten jeweils eine Bandbreite von 3,2 MHz für Uplinks und Downlinks (Rufpreis je 251.000 Euro), das dritte Paket ist mit jeweils 3,0 MHz etwas schmaler (Rufpreis 235.000 Euro). Diese Frequenzen sind vor allem für Mobilkom und T-Mobile Austria attraktiv, da nur diese beiden Netzbetreiber neben 1800- auch 900-MHz-Frequenzen nutzen. Doch auch One-Chef Jørgen Bang Jensen hat zuletzt ein Mitbieten nicht ausgeschlossen. Das je 2 MHz für Up- und Downlink schmale Paket im 1800-MHz-Band ist insbesondere für tele.ring und Mobilkom interessant, die die unmittelbar angrenzenden Frequenzen nutzen. Den jeweils zwischen zwei Frequenzblöcken vorgesehenen Schutzkanal darf nämlich ein Netzbetreiber, der benachbarte Frequenzblöcke nutzt, kostenlos mitverwenden.
Theoretisch könnte auch ein bisher nicht als GSM-Netzbetreiber aktives Unternehmen mitsteigern und müsste im Erfolgsfall bis Ende 2008 50 Prozent Netzabdeckung realisieren. Diese Variante ist jedoch trotz der geringen Rufpreise ziemlich unwahrscheinlich. Mit neun Mobilfunknetzen von fünf Netzbetreibern sowie zwei Service Providern ist der Wettbewerb schon sehr intensiv, die daraus resultierenden niedrigen Preise machen den Markt für Neueinsteiger wenig verlockend. Bereits abgewunken hat jedenfalls der reine UMTS-Netzbetreiber 3. (Daniel AJ Sokolov) / (wst)