Mannesmann-Prozess soll im Juli enden

Die Beweisaufnahme soll am 16. Juni abgeschlossen werden, für Juli wird das Urteil erwartet. Die Anwälte rechnen mit Freisprüchen.

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Von
  • Torge Löding

Der im Januar begonnene Prozess um die umstrittenen Millionenprämien bei der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone steht vor seinem Ende. Die Financial Times Deutschland berichtet, das Urteil werde für Juli erwartet. Sollten keine weiteren Beweisanträge gestellt werden, werde die Beweisaufnahme am 16. Juni geschlossen, teilte Richterin Brigitte Koppenhöfer dem Blatt mit.

Angeklagt sind unter anderem Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann und Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser. Essers Anwalt Sven Thomas sagte der Zeitung, er rechne nun in Kürze mit einem Freispruch für seinen Mandanten. Ackermanns Anwalt Klaus Volk sagte, die Verteidigung Ackermanns gehe nun davon aus, dass ein Urteil am 19. Juli ergehen könnte. Die Verteidigung rechne weiter mit einem Freispruch für Ackermann. "Das rechtliche Zwischenfazit hat sich nicht geändert", sagte Volk.

Seit Anfang des Jahres müssen sich insgesamt sechs führende deutsche Manager und Gewerkschafter wegen Untreue oder Beihilfe dazu vor Gericht verantworten. Angeklagt sind neben Ackermann der frühere IG-Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel sowie Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser. Insgesamt geht es um Prämien in Höhe von rund 60 Millionen Euro, die nach der Übernahme von Mannesmann durch den britischen Mobilfunkriesen Vodafone vor vier Jahren geflossen sind.

Unterdessen geht die öffentliche Diskussion über die Steuerpläne von Vodafone weiter. Der Konzern möchte 50 Milliarden Euro in Folge der Mannesmann-Übernahme abschreiben. (tol)