Italiens Verbraucherschützer rufen zum Handy-Streik auf

Die Tarife der Mobilfunkbetreiber seien überhöht. Den Regulierern werfen die Verbraucherschützer vor, den Markt nicht genügend liberalisiert zu haben.

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Mehrere italienische Verbraucherorganisationen haben die Italiener zu einem Handy-Streik aufgerufen. Mit dem zweistündigen "Ausstand" morgen sollen die Kunden gegen die überhöhten Tarife der Mobilfunkbetreiber protestieren. Die Menschen werden landesweit aufgefordert, von 12 bis 14 Uhr nicht zu telefonieren, keine Gespräche anzunehmen und auch keine SMS zu verschicken.

Mit dem Streik will der Konsumentenschutzverband Codacons nicht nur gegen die Mobilfunkgesellschaften, sondern auch gegen die Telekommunikationsbehörde protestieren. Sie habe nicht für eine echte Liberalisierung im Land gesorgt. Die Italiener geben laut Cadacons-Präsident Carlo Renzi täglich 5 Euro für ihr Mobilfunktelefon aus. Der Streik würde den Mobilfunkbetreibern Verluste im Wert von 500 Millionen Euro verursachen, wenn sich alle Handy-Besitzer dem Protest anschließen würden, heißt es in italienischen Medien.

Studien zufolge hat sich die Zahl der Haushalte mit einem Mobiltelefon zwischen 1997 und 2002 von 5,7 auf 16,6 Millionen fast verdreifacht. Mittlerweile sollen es 57 Millionen Mobiltelefone sein. Über 84 Prozent der Menschen zwischen Mailand und Messina besitzen demnach ein Handy. Damit ist Italien nach Luxemburg (97,9 Prozent) das Land mit der höchsten Handy-Dichte in Europa. (anw)