Regulierer startet Anhörung zu Teilnehmeranschlussleitung
Die Regulierungsbehörde wird den Markt um die Telefonleitungen zum Kunden genau untersuchen; alle interessierten Parteien können dabei Stellung nehmen.
Die Regulierungsbehörde (RegTP) startet eine Anhörung zur "Marktdefinition und Marktanalyse des Zugangs zur Teilnehmeranschlussleitung". Als Teilnehmeranschlussleitung (TAL) wird die Kupferdoppelader von der Telefonbuchse zur Vermittlungsstelle bezeichnet. Fast alle bestehenden Leitungen gehören der Deutschen Telekom. Die Behörde betrachtet diesen Markt folgerichtig als regulierungsbedürftig und stellt fest, dass die Telekom darin über eine beträchtliche Marktmacht verfügt.
Diese Anhörungsrunde zur Analyse durch die RegTP ist indes nur die erste in einer längeren Reihe. Die Europäische Kommission empfiehlt den nationalen Regulierern, insgesamt 18 Segmente des Telekommunikationsmarktes genauer zu untersuchen -- die RegTP will dieser Empfehlung offenbar folgen. Interessierte Parteien können innerhalb eines Monats nach Veröffentlichung im Amtsblatt und auf der Website der RegTP Stellung nehmen. Das Ergebnis der Anhörung wird mit dem Bundeskartellamt abgestimmt und der Europäischen Kommission mitgeteilt, die ein Vetorecht besitzt.
Ziel ist offensichtlich die Neuordnung des Marktes um die Teilnehmeranschlussleitung. Die Regulierungsbehörde will "untersuchen, welche Verpflichtungen sie gegenüber der DT AG auferlegt, ändert, beibehält oder widerruft". Telekom-Konkurrenten, die eine TAL von der Telekom anmieten, müssen dafür von der RegTP festgelegte einmalige und monatliche Entgelte bezahlen. Einzige Alternative dazu wäre das Verlegen eigener Kabel, was aber in den meisten Fällen unwirtschaftlich ist. (uma)