Apple: Neue Politik, neue Modelle

Im Bemühen um mehr Absatz und höhere Erträge ändert Apple wieder einmal seine Marketing-Politik.

vorlesen Druckansicht
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Christian Persson

Im Bemühen um mehr Absatz und höhere Erträge ändert Apple wieder einmal seine Marketing-Politik. Das am Freitag von Vizepräsident Mitch Mandich vorgestellte Modell dürfte viele Beobachter überraschen, die eine drastische Verringerung der Händlerzahl und den Übergang zum Direktvertrieb vorausgesagt hatten: Apple will im Gegenteil künftig kleineren Händlern die Möglichkeit zum direkten Einkauf einräumen und damit ihre Position im Wettbewerb mit den großen Handelsketten stärken. Dagegen sollen Computer-Läden, die Apple-Produkte nicht angemessen präsentieren und kein fachkundiges Personal aufbieten, die Autorisierung verlieren.

Die neuen Vertriebsbedingungen sollen ab 15. Dezember in den USA in Kraft treten. In welcher Form sie auf den deutschen Markt übertragen werden, war noch nicht zu erfahren. Apple hatte 1995 schon einmal versucht, durch eine Senkung der Umsatzschwelle für Direkteinkauf die kleineren Händler stärker zu motivieren und den Absatz anzukurbeln. Dieser Versuch scheiterte, weil die Probleme der Distribution offenbar unterschätzt wurden.

Währenddessen berichten verschiedene Quellen über eine neue Mittelklasse-Produktlinie, die voraussichtlich zur deutschen Macworld-Expo (13. bis 15. November) offiziell vorgestellt wird. Apple setzt in diesen Macintosh-Modellen erstmals ein neues Mainboard-Design (Codename "Gossamer") ein, an dem seit mehr als einem Jahr gearbeitet wurde. Es trägt nur die Basiskomponenten und läßt sich durch steckbare Module ("Personality Cards") mit Sound-, Grafik- und Video-Adaptern für verschiedene Einsatzbereiche ausrüsten.

Die neuen Macs sind mit dem aktuellen PPC750-Prozessor ausgestattet und kommen zunächst in Varianten mit 233 und 266 MHz auf den Markt. Der Level-2-Cache läuft mit der halben Prozessortaktfrequenz, der Bustakt auf dem Mainboard beträgt 66 MHz. In der Performance dürfte das 266-MHz-Modell weitgehend dem CHRP-Rechner von Motorola entsprechen, den c't in der aktuellen Ausgabe 10/97 vorgestellt hat. In den USA rechnet man mit Preisen von 1999 bis 2999 Dollar, je nach Ausstattung. In Deutschland werden die Preise voraussichtlich bei knapp 4000 bis knapp 6000 DM liegen. (cp)