Zwischenbericht des Kartellamtes zur TV-Kabel-Fusion erwartet
Sollte das Kartellamt der geplanten Übernahme von drei regionalen Wettbewerbern durch Kabel Deutschland zustimmen, wäre das ehemalige Telekom-Kabelnetz wieder in der Hand eines Anbieters.
Das Bundeskartellamt will in Kürze einen Zwischenbericht zur geplanten TV-Kabelnetz-Fusion zwischen der Kabel Deutschland GmbH (KDG) und drei regionalen Wettbewerbern vorlegen. Für insgesamt 2,7 Milliarden Euro will Kabel Deutschland die Anbieter Ish in Nordrhein- Westfalen, Iesy in Hessen und Kabel Baden-Württemberg übernehmen. Sollte die Behörde der Übernahme zustimmen, wäre das ehemalige Telekom-Kabelnetz mit mehr als 17 Millionen Kunden wieder in der Hand eines Anbieters. Vor drei Jahren hatte das Kartellamt eine Übernahme der TV-Kabelgesellschaften der Deutschen Telekom durch den US-Medienkonzern Liberty Media noch verhindert.
Das Zwischenergebnis wird Medienberichten zufolge für den 23. August erwartet. Die Unternehmen haben anschließend noch einmal die Möglichkeit zu einer Stellungnahme. Die endgültige Entscheidung soll bis zum 7. Oktober fallen. KDG-Chef Roland Steindorf warnte unteressen vor einem Rückschlag für das digitale Fernsehen in Deutschland, sollte die Entscheidung negativ ausfallen. Gegenüber dem Handelsblatt sagte Steindorf, es käme dann zu "Verzögerungen von zwei bis drei Jahren" bei der Digitalisierung des Kabelnetzes. Zudem würde die Deutsche Telekom dann ihre Vormachtstellung im Internet-Geschäft weiter ausbauen.
Insbesondere der größere Wettbewerb mit der Telekom bei schnellen Internet-Zugängen könnte als schweres Gewicht in der Waagschale ein Monopol im Kabelmarkt tolerabel erscheinen lassen -- vorausgesetzt die KDG rüstet die Kabelnetze entsprechend auf. Das Unternehmen plant eigenen Angaben zufolge, jährlich rund 180 Millionen Euro in den Ausbau der Kabelnetze zu investieren. In einem vertraulichen Emissions-Prospekt von KDG war zuvor allerdings zu lesen, dass "keine weit reichende Aufrüstung der Kabelnetze" geplant sei. Kleinere Kabelbetreiber und Fernsehanstalten wie RTL und Pro Sieben Sat 1 fürchten unterdessen einen neuen Monopolisten, der ihnen die Preise vorschreiben und Werbeeinnahmen verringern könnte. (pmz)