VDE ist gegen die Abschaffung des Hochschuldiploms
Eine automatische Abschaffung der Diplomstudiengänge gefährde "das Forschungspotenzial in dem für den Innovationsstandort Deutschland besonders relevanten Studiengang Elektro- und Informationstechnik", warnt der VDE.
Eine automatische Abschaffung der Diplomstudiengänge gefährde "das Forschungspotenzial in dem für den Innovationsstandort Deutschland besonders relevanten Studiengang Elektro- und Informationstechnik", warnt der Verband der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik (VDE). Mit der Empfehlung "Zur Ingenieurausbildung mit gestuften Hochschulabschlüssen" (PDF) plädiert der VDE für eine "Optimierung des Bologna-Prozesses". Ziel dieses Prozesses ist insbesondere die Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulraums bis zum Jahr 2010. Die dazu vereinbarte Umstellung auf Bachelor- und Masterabschlüsse soll nach der Vorstellung von Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn in Deutschland bis 2005 geschafft sein.
Statt dieses formalen Ansatzes fordert der VDE eine Debatte, die stärker inhaltliche und qualitative Aspekte berücksichtigt, und mehr Zeit, um trotz Umstellung den bisherigen hohen Qualitätsstandard deutscher Ingenieursausbildung zu erhalten. Zwar unterstütze der VDE grundsätzlich die Ausrichtung der deutschen Ingenieurausbildung nach dem neuen Modell, aber die Tauglichkeit des gestuften Systems müsse nachgewiesen und eine breite Akzeptanz bei den Arbeitgebern vorhanden sein. Da das bisherige Diplom diese Anerkennung auch über die nationalen Grenzen hinaus habe, sollte man eine einstufige Ausbildung auf dem bisherigen Diplomniveau parallel zu dem zweistufigen Ansatz beibehalten. Ebenso sollte das im Bologna-Prozess vorgesehene Promotionsstudium nur als Ergänzung der bisherigen Promotion eingeführt werden.
Für den Bachelor fordert der VDE in den Ingenieurstudiengängen statt der in Deutschland derzeit üblichen sechs Semester eine Regelstudiendauer von sieben Semestern. Nur so lasse sich die geforderte hohe Berufsbefähigung erreichen, die mehrere Branchenverbände bereits vor drei Jahren in ihren Leitlinien für Bachelor und Master (PDF) gefordert hatten. Die häufig insbesondere bei Masterstudiengängen vorgesehenen Eignungsfeststellungen und Zugangsprüfungen begrüßt der VDE ausdrücklich für alle Stufen der Hochschulausbildung. (anm)