Kleinere Kameras dank Keramik
Das japanische Unternehmen Casio entwickelt neue, speziell fĂĽr Kameras gedachte Linsen auf Keramik-Grundlage.
Das japanische Unternehmen Casio entwickelt eine neuartige, speziell für Digitalkameras gedachte Linse auf Keramik-Grundlage. Das Lumicera genannte Material wurde ursprünglich für andere Zwecke entwickelt, geriet aber wegen interessanter optischer Eigenschaften in den Fokus der Kamera-Entwickler. Besonderes Interesse weckt die gegenüber Glas deutlich höhere Lichtbrechung, aber auch der höhere Härtegrad. Den japanischen Werkstoffspezialisten gelang nun ein Fertigungsprozess, der dünnere und gleichzeitig härtere Linsen ermöglicht und daher kompaktere Kameras erwarten lässt als mit herkömmlichen Objektiven auf Glas-Grundlage. Casio erwartet um 20 Prozent kleinere Linsen-Systeme.
Lumicera geht auf eine Entwicklung von Murata Manufacturing im Jahr 2001 zurück. Wenn man Keramikgrundstoffe hoher Hitze aussetzt, so Murata, dann entstehen Kristallisationskerne, die aufeinander zuwachsen. Dort, wo die Kerne aneinander stoßen, entstehen Lufteinschlüsse, die Licht so stark streuen, dass Keramik normalerweise kein Licht passieren lässt. Mit speziellen Fertigungstechniken minimiert Murata jedoch die Neigung zur Bildung von Lufteinschlüssen, sodass mit Lumicera ein homogener und daher transparenter Stoff entsteht.
Anfangs wurde Lumicera wegen seiner dielektrischen Eigenschaften hauptsächlich als Resonator im Mikro- und Millimeterwellenbereich eingesetzt. Mischt man jedoch Barium hinzu, so entstehe laut Murata ein Stoff mit höherem Lichtbrechungskoeffizienten als Glas (2,08 gegenüber dem in Objektiven eingesetzten Glas mit Werten zwischen 1,5 und 1,85). Auf dieser Grundlage hat Casio eine Fertigung entwickelt, in der Poliermaterial, -zeit und -druck so aufeianander abgestimmt sind, dass Lumicera-Linsen in Kombination mit einer besonderen Beschichtung für die Fotografie interessant werden.
Einen ebenfalls neuartigen Ansatz in der Linsentechnologie demonstrierte Philips mit flĂĽssigen Linsen auf der CeBIT. Wann mit ersten Kameras auf Grundlage der neuen Werkstoffe zu rechnen ist, lassen allerdings sowohl Philips als auch Casio noch offen. (dz)