World4you im Test: Moderner Webhoster aus Österreich
Unsere Erfahrungen mit dem Hosting von world4you
| 💡 Das Wichtigste in Kürze |
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Im Webhosting-Markt ist nach wie vor viel Bewegung. Wer eine neue Website erstellen oder mit einer bestehenden Website umziehen möchte, braucht dafür einen zuverlässigen Partner, der nicht regelmäßig Preise und Geschäftsführung ändert. Gerade kleine Hoster können diesbezüglich manchmal in Bewegung sein. Der in Deutschland weniger bekannte Hoster world4you wurde bereits 1998 in Österreich gegründet und gehört seit 2018 wie STRATO, Ionos und United-Domains (Wordpress-Test) zum United-Internet-Konzern. Man kann den Anbieter also als bekannte Größe bezeichnen.
Internationale Top-Level-Domains
World4you* ist der weltweit größte Registrar der österreichischen .at-Top-Level-Domain. Das bedeutet aber nicht, dass nur entsprechende Domainnamen registriert werden können: Genau wie deutsche Hoster bietet world4you die Registrierung aller wichtigen TLDs an. Die Suche schlägt zwar zunächst .at-Domains vor, es können aber auch alle bekannten Domainendungen wie .de, .com, .eu, .net, .org, Länderdomains oder nTLDs wie .online oder .io registriert werden.
World4You kann alle möglichen Domainnamen registrieren.
(Bild: Screenshot)
Die Domainpreise liegen dabei auf dem Niveau anderer Hoster, sind aber gegebenenfalls im ersten Jahr deutlich rabattiert. Die Nameserver-Einträge der Domains können bearbeitet werden, wodurch sich world4you auch als reiner Domain-Hoster anbietet.
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Hosting bei world4you
Das klassische Hosting-Angebot* von world4you fährt mit den typischen Paketen auf: Es gibt eine Einsteiger-Variante namens „Webhosting Go“ (4 Euro/Monat), einen Mittelklasse-Tarif namens „Webhosting Grow“ (7 Euro/Monat) und einen Business-Tarif namens „Webhosting Business“ (12 Euro/Monat). Wahlweise gibt es auch WordPress Hosting, reines E-Mail-Hosting oder virtuelle Server, sogenannte vServer.
Managed Server durch „Performance-Boost“
Schön gelöst ist die Möglichkeit, das Webhosting bei Bedarf per „Performance-Upgrade“ mit zusätzlichen dedizierten Ressourcen auszustatten: Dadurch können Kunden eine Art kleinen Managed vServer, also leicht bedienbares Webhosting mit ordentlich Leistung ohne den administrativen Server-Overhead, erhalten. Auch hier gibt es drei gut orchestrierte Stufen, von 3 CPU-Kernen und 2 GB Arbeitsspeicher (+3 Euro/Monat) bis hin zu 6 Kernen und 4 GB RAM (+6 Euro/Monat). Stufe 1 ist im Business-Tarif bereits aktiv, im Go- und Grow-Tarif gibt es den „Standard“ mit zwei Kernen und einem Gigabyte RAM, was ebenfalls gute Leistungswerte für klassisches Webhosting sind.
Das Hosting-Paket kann ohne Upgrade mit zusätzlichen Funktionen ausgestattet werden.
(Bild: Screenshot )
Das PHP-Process-Limit liegt standardmäßig bei reichlichen 256 Megabyte und wird mit den Upgrades auf bis zu 640 MB erhöht. Die Input-Vars (die etwa für komplexes Themes bei WordPress notwendig sind) liegen standardmäßig bei 3000 – auch das ist erstaunlich üppig und wird mittels Upgrade auf 5000 gehoben. Zusätzlich gibt es einen FastCGI-Prozessmanager, der das parallele Abwickeln vieler Besucher- und Anwendungsprozesse deutlich erleichtert: Standardmäßig sind hier 45 Prozesse möglich, bis zu 100 sind mit „Performance-Upgrade 3“ möglich.
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Upgrades und Downgrades im Handumdrehen
Wer das Performance-Upgrade braucht, kann es buchen – wird es nicht mehr benötigt, kann der Kunde es auch wieder abbestellen. Das betrifft neben dem Performance-Boost, der sich als temporäre Lösung etwa für virale gehende Blogartikel anbietet, auch andere Hosting-Extras wie Cloud- und Mail-Speicher. Der Hosting-Tarif an sich kann aber, wie bei Hosting-Anbietern üblich, nicht flexibel angepasst werden: Wer mehr Speicher oder Leistung benötigt, kann zwar in ein höheres Paket wechseln, ein anschließendes Downgrade ist allerdings nur zeitlich befristet möglich. Weitere Informationen finden sich im World4you Fairness Versprechen.
Derart flexible Upgrades gibt es bei klassischem Hosting eher selten, hier wird das Hosting typischerweise ohne dedizierte Ressourcen beworben, da die Anbieter die Ressourcen der geteilten Server flexibel umschichten und so die Last verteilen. Wer mehr benötigt, soll dauerhaft zum größeren Paket greifen. World4you bietet hingegen eine gewisse Flexibilität – und damit einen deutlichen Vorteil gegenüber vielen Mitbewerbern.
WordPress-Tarife bereits mit Performance-Boost
Zusätzlich zum Hosting gibt es analog WordPress-Tarife*, die jeweils einen Euro mehr kosten, ansonsten aber weitestgehend identisch sind. Die Performance-Upgrades sind hier bereits integriert: So haben die WordPress-Pakete Go sowie Grow bereits das Upgrade auf 2 Kerne und 2 GB RAM an Bord. WordPress Business wird sogar mit Upgrade auf dedizierte Ressourcen (6 Kerne und 4GB RAM) ausgeliefert. Außerdem gibt es einige vorinstallierte, zum Teil kostenpflichtige Plugins und eine KI-Funktion für die Website-Erstellung. Für Anwender, die nur WordPress benötigen, ist es daher sinnvoll, zu einem der WordPress-Tarife zu greifen.
Alle Hosting-Tarife beinhalten auch 10 Gigabyte Cloud-Speicher, der mittels WebDAV als Online-Festplatte genutzt und gegen Aufpreis auf 20, 50 oder 100 Gigabyte aufgestockt werden kann. Die Preise von zwei bis sieben Euro sind hier etwas altbacken: Andere Cloud-Anbieter bieten hier deutlich mehr Speicher für das Geld. Die Cloud ist Bestandteil der Hosting- oder E-Mail-Pakete und kann nicht separat gebucht werden.
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Endstufe vServer – ein rundes Angebot
Virtuelle Server* sind ebenfalls in drei Tarifstufen erhältlich, jeweils als Linux- und Windows-Server. Ab 8 Euro im Monat gibt es hier ein Basismodell mit zwei Kernen und 4 Gigabyte RAM mit Linux, ab 12,50 Euro/Monat gibt es einen deutlich besser ausgestatteten Server mit Windows und Plesk. Beide Servertypen sind nicht gemanaged erhältlich, verlangen also Kenntnisse in der Server-Administration.
Das Angebot von world4you erscheint damit sehr durchdacht und rund, zumal die Tarife und Pakete gestaffelt sind und sich separat zubuchen lassen. Dazu passt, dass der Kundebereich, also das Benutzer-Backend von world4you, im Vergleich zu vielen anderen Anbietern ausgesprochen aufgeräumt und übersichtlich gestaltet ist. Wer hier einen Tarif gebucht hat, findet hier alles, was für die Verwaltung notwendig ist: Neben den registrierten Domains, bei denen sich mit einem Klick SSL/TLS aufschalten lässt, gibt es hier eine praktische Übersicht aller im Tarif enthaltenen Funktionen.
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Einfache Software-Installation per 1-Click-Installer
World4you bietet dabei die genau richtige Mischung aus technischem Anspruch und Übersichtlichkeit. Viele Funktionen, etwa zur PHP-Konfiguration, die bei den meisten anderen Hostern nicht oder nur über den Support bereitgestellt werden, können bei den Österreichern bequem über den Kundenbereich eingestellt werden. Dabei bleibt der Hoster aber einsteigerfreundlich: Dank der Easy-Install-Funktion können bei den klassischen Hosting-Tarifen gängige Anwendungen wie WordPress, Drupal, Joomla, Typo3, Doku-Wiki, phpBB oder Contao mit einem Handgriff installiert werden.
Der Hoster erlaubt die 1-Klick-Installation belieber Web-Systeme wie WordPress.
(Bild: Screenshot)
Praktisch: Die Zugangsdaten der neu installierten Software werden automatisch per E-Mail verschickt. Etwas lästig ist allerdings, dass der Installer alles ins Hauptverzeichnis der Seite packen will. Hier müssen Kunden bei der Installation aufpassen, dass Sie einen Pfad angeben, andernfalls kann es bei Verwendung mehrerer CMS zu System-Murks kommen, der sich im Nachgang nur schwer beheben lässt.
Reibungsloses SSH und FTP
Für solche Fälle – und für alle anderen Bearbeitungen auf Dateiebene – hat world4you SSH/SFTP und FTP im Petto. Beide Funktionen können auch bequem als Webinterface aus dem Kundenbereich heraus aufgerufen werden. Das erleichtert schnelle Arbeiten am Hosting-Paket, etwa zur Anpassung von Konfigurationsdateien in WordPress oder anderen Content-Management-Systemen, deutlich. Auch die Arbeit am Hosting über ein fremdes Gerät wird dadurch vereinfacht.
FTP und SSH sind direkt aus dem Kundencenter erreichbar.
(Bild: Screenshot)
SSH/SFTP oder klassisches FTP können natürlich auch jederzeit mit Tools wie Cyberduck (Download) oder Filezilla (Download) verwendet werden, die entsprechenden Zugangsdaten stellt world4you ebenfalls im Kundenbereich zur Verfügung.
SSL-Zertifikate
Das Aufschalten der inzwischen zwingend notwendigen SSL-Zertifikate ist mit zwei Klicks erledigt, ohne lästige Konfiguration. Hierbei bietet world4you vier Stufen an: Während Basis-Zertifikate via Let’s Encrypt kostenlos sind, gibt es drei Premium-Ausbaustufen, die für größere oder kommerzielle Websites benötigt werden. Diese kosten dann aber zum Teil erheblichen Aufpreis (3,22 bis 12,89 Euro/Monat). Die SSL-Zertifikate werden binnen weniger Minuten auf die Domains aufgeschaltet.
Es gibt SSL-Zertifikate in allen Qualitätsstufen.
(Bild: Screenshot)
E-Mail-Konten bei world4you
Praktisch sind auch die im Hosting-Paket enthaltenen E-Mail-Adressen, wobei world4you hier leider den auch beim Mitbewerber Hostinger (Test) vorzufindenden Weg limitierter E-Mail-Konten einschlägt: Zwar sind in jedem Hosting-Paket E-Mail-Konten enthalten, Menge und Speicherplatz sind jedoch begrenzt.
Immerhin ist world4you deutlich kulanter als der Mitbewerber aus Litauen, hier gibt es schon im Basispaket zwei Mailkonten, die sich zwei Gigabyte Speicher teilen. Und auch, wenn das in der Praxis in den meisten Fällen ausreicht, dürften die nur fünf Mailkonten mit zusammen 5 Gigabyte im Business-Paket für manchen Anwender zu wenig sein. Andere Hoster – etwa All-Inkl.com – haben hier deutlich weniger Einschränkungen und erlauben die Nutzung des im Hosting-Paket verfügbaren Speichers.
Viel Mail-Speicher nur gegen Aufpreis
Wer viel mit großen E-Mail-Anhängen arbeitet und nicht regelmäßig archivieren und löschen möchte, sollte das im Hinterkopf behalten. Immerhin: Bis zu 50 zusätzliche Mailadressen können jederzeit aufgeschaltet werden, das Fünferpaket kostet 0,99 Euro im Monat. Für 2,48 Euro/Monat kann der geteilte Mailspeicher um 10 Gigabyte erhöht werden. Bis zu 50 Gigabyte Mailspeicher-Erhöhung und bis zu 50 zusätzliche E-Mail-Adressen können auf diese Weise zugebucht werden. Kunden, die insgesamt mehr Leistung brauchen, können Hosted Exchange als zusätzlichen Baustein aktivieren. Das kostet ab 7 Euro (5 Gigabyte) im Monat extra.
Die Unart, Mailkonten-Speicher unabhängig vom Hosting zu vermarkten, gibt es leider auch bei World4You.
(Bild: Screenshot)
Diese Upgrade-Politik ist vor allem im Grow- und im Business-Paket ärgerlich, da beide Pakete mit riesigen Speichermengen von 100 respektive 500 Gigabyte aufwarten – das ist sehr viel für reines Webhosting und wäre bestens geeignet, um quasi unbegrenzt E-Mail-Konten zu schlucken. Immerhin: Alle E-Mail-Funktionen sind wie heute üblich unlimitiert per IMAP verwendbar und können ohne Weiteres auf verschiedenen Endgeräten wie Smartphones und Tablets verwendet werden.
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Bedienung für Einsteiger und Fortgeschrittene überdurchschnitlich gut
Sehr lobenswert bei world4you ist das überdurchschnittlich übersichtliche Dashboard: Das eignet sich in seiner Benutzerführung gleichermaßen für Einsteiger, als auch für Fortgeschrittene. Während erstere sämtliche Kernfunktionen samt Upgrade sehr übersichtlich und hilfreich vorfinden und direkt einsteigen können, finden erfahrene Anwender hier zahlreiche Möglichkeiten, das Hosting nach ihren Wünschen anzupassen, etwa mit einer anderen PHP-Version. Das spart unnötigen Kontakt zum Support.
Die PHP-Version ist einstellbar.
(Bild: Screenshot)
Schön ist, dass sowohl ein Terminal, als auch ein FTP-Client direkt aus dem Kundencenter heraus aufrufbar sind. Anders als viele Mitbewerber spart sich world4you Mätzchen mit verschiedenen Logins für Benutzer- und Accountverwaltung oder schlecht erreichbaren oder mangelhaft erklärten Funktionen. Alles ist übersichtlich und gut erreichbar, Zugangsdaten für Unterkonten wie die Cloud- oder Mailfunktionen werden auf Wunsch angezeigt.
Das Kundenzentrum ist überdurchschnittlich übersichtlich.
(Bild: Screenshot)
Eingebaute Sicherheits- und Backup-Funktionen
Oft vergessen, aber für den Fall der Fälle ein Lebensretter ist die Backup-Funktion: Die sichert den gesamten Webspace automatisch und erlaubt jederzeit das Einspielen älterer Sicherheitskopien. Das Backup ist automatisch aktiv, leider kostet das Zurücklesen aber Geld: world4you veranschlagt hier pro Rettung 21,82 Euro. Die Backup-Funktion sichert die Daten automatisch, arbeitet allerdings recht sparsam und es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass im Fall der Fälle nicht alle letzten Änderungen wiederherstellbar sind. Über die Gesamtsicherung lässt sich streiten, gerade wenn mehrere Systeme installiert sind; wer will, kann natürlich zusätzlich Backups einzelner Systeme anlegen: Anwender von WordPress und Co. können dafür auf Plug-ins wie BackWPup (Download) zurückgreifen.
Das Sicherheitscenter ist praktisch, schützt aber nicht vor Problemen mit installierter Software.
(Bild: Screenshot)
Mit an Bord ist übrigens auch ein Sicherheitscenter, das den Hosting-Zugang laufend auf Sicherheit überprüft. Hier gibt es leider einige Inkonsistenzen: So kann das Center zwar die Sicherheit der Hosting-Funktionen prüfen, nicht jedoch der installierten Software wie WordPress, Contao oder Drupal. Damit ist es zwar ein Nice-to-have, doch nach Erfüllung der Hosting-spezifischen Sicherheitstipps keine große Hilfe mehr. Immerhin weist es User auf Sicherheitslücken hin, die etwa durch eine veraltete PHP-Version entstehen können. Der Homepage-Baukasten funktioniert beispielsweise nur mit PHP 8.2 und höher. Ist die PHP-Version älter, wird dies vom Sicherheitscenter bemängelt.
Fazit: world4you ist ein guter Hoster mit fairen Preisen
Insgesamt präsentiert sich world4you* als moderner Hoster mit einem ebenso praktischen wie übersichtlichen Hosting-Backend. Software-Installer und Backup-Funktion helfen Einsteigern wie Fortgeschrittenen beim Hosting ihrer Website. Schön ist auch der Performance-Booster, der in Peak-Zeiten flexibel auf monatlicher Basis aufgeschaltet oder dauerhaft aktiviert werden kann. Wer will, kann beim Hoster bleiben und auf einen vServer umsteigen.
Weniger positiv ist die inzwischen auch von anderen Hostern gepflegte Eigenheit, Mailkonten getrennt vom Hosting zu führen: Das verhindert zwar, dass ein überlaufendes Mailkonto den Hosting-Speicher beeinträchtigt, wirkt in Anbetracht der enormen Speichermengen bei world4you aber wie Geldmacherei. Ansonsten zeigt sich der Anbieter aus Österreich aber standfest wie ein gut gebräunter Bergkraxler mit dicken Waden – und bietet gutes Hosting zum fairen Preis auch für deutsche Kunden.
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Redaktion & Aktualisierung: heise Download-Team
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