25 Jahre USB 2.0: Vom FireWire-Killer zum Alles-Anschluss

Seite 2: High-Speed-Klingeldraht

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Genial war, dass sich USB 2.0 High Speed weiterhin mit zwei Signaladern in den Kabeln begnügte – plus zwei Adern für die Stromversorgung mit 5 Volt. Zwar taugten längst nicht alle USB-1.1-Kabel auch für High-Speed-Transfers und USB-1.1-Hubs erst recht nicht. Aber die Buchsen und Stecker blieben gleich. Das änderte sich erst mit USB 3.0 im Jahr 2008, weil der SuperSpeed-Modus mit 5 Gbit/s vier zusätzliche Adern braucht. Doch USB-2.0-Stecker passen auch in USB-3.0-Buchsen am Host-PC.

Der Fokus auf niedrigen Kosten begünstigte einerseits die Verbreitung von USB, andererseits aber auch die für x86-Computer typischen Kinderkrankheiten: Inkompatibilitäten. Anfangs gab es haufenweise Probleme mit Kabeln, Hubs, Adaptern und Treibern. Dadurch wirkte das schon länger gereifte FireWire noch jahrelang deutlich attraktiver als USB 2.0. Und schon 2002 erschien die Spezifikation IEEE 1394b mit FireWire 800 und noch schnelleren Transfermodi; 2003 debütierte die Technik im Power Mac G4. Doch FireWire 800 kam nur langsam in Fahrt, auch weil dafür neue Kabel und Stecker nötig waren. USB 3.0 schlug dann mit 5 Gbit/s den letzten Nagel in den FireWire-Sarg, weil die weiteren Verdopplungen S1600 und S3200 eben nur 1,6 respektive 3,2 Gbit/s brachten.

USB 2.0 wird immer noch weiterentwickelt, nämlich als Embedded USB 2.0 V2 (eUSB2V2). Mit bis zu 4,8 Gbit/s kommt es dicht an USB 3.0 heran, begnügt sich jedoch mit weniger Leitungspfaden und einfacheren Controllerschaltungen. EUSB2V2 ist jedoch nur für die Anbindung von Bauteilen über kurze Distanzen innerhalb von Geräten gedacht, etwa für hochauflösende Webcams. (ciw)