Agile Entwicklung: Gutes Schätzen geht auch remote

Seite 2: Online-Schätzwerkzeuge für T-Shirt-Größen

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Im Internet sind viele Online-Schätzwerkzeuge zu finden (s. Abb. 1). In der Regel bieten sie die im klassischen Planning-Poker angewendete angepasste Fibonacci-Folge an, aber auch die Einteilung in T-Shirt-Größen ist wählbar.

Beispiele für Online-Schätz-Tools mit T-Shirt-Größen (Abb. 1)

Man schätzt im Team User Story für User Story – in diesem Fall also Block für Block. Wenn alle Teammitglieder geschätzt haben, kann das Ergebnis bewertet werden. Sind die Resultate zu unterschiedlich, diskutiert man sie, sind sie gleich, kann man den nächsten Block schätzen. Solche Tools bieten beispielsweise Scrumpoker Online, PlanIT Poker, Planning Poker oder auch Scrumvee an.

Mit Ausnahme von Scrumpoker Online ist bei allen Tools eine Registrierung notwendig (entweder via E-Mail-Adresse oder über soziale Medien). Zusätzlich müssen Nutzer eine Beschreibung der Blöcke oder User Stories hinterlegen, die man im Team schätzen will. Ob dies erlaubt ist, hängt vom Auftraggeber oder Arbeitgeber und der Art des Projekts ab.

Auch wenn es vermutlich etwas altbacken und nicht agil wirkt, kann man Excel verwenden, um in T-Shirt-Größen eine Schätzung vorzunehmen. In der Vorbereitung wird eine Excel-Tabelle mit den entsprechenden Blöcken als Zeilen und den Meeting-Teilnehmern als Spalten angelegt. Im Meeting bespricht man die einzelnen Blöcke und schätzt sie. Auf Aufforderung des Meeting-Moderators tragen die Teilnehmer ihre Schätzungen in die Tabelle ein. Sind die Ergebnisse zu unterschiedlich, wird erneut diskutiert und noch mal gemeinsam geschätzt. Das Ergebnis wird vom Team in der Tabelle festgehalten.

Man kann – unter bestimmten Bedingungen – gemeinsam an einer Excel-Tabelle arbeiten (s. Abb. 2). Sind diese Bedingungen nicht gegeben, muss der Moderator die Ergebnisse der Schätzung abfragen und eintragen. Um die gegenseitige Beeinflussung der Teammitglieder gering zu halten, lässt sich beispielsweise die initiale Schätzung vor dem Meeting bei den Teilnehmern einzeln abfragen. Sicherlich klingt dies alles ein wenig umständlich, aber so lässt sich remote schätzen, ohne auf die oben genannten Werkzeuge und ihre Einschränkungen angewiesen zu sein.

Beispiel für eine Schätzung mit Excel und verschiedenen Bearbeitern (Abb. 2)

Für eine detailliertere Planung sind Kosten und damit Aufwände notwendig. Sicherlich kann man in einer solch frühen Phase keine detaillierten Schätzungen und damit einen Aufwand abgeben. Daher muss man eine Vergleichsbasis schaffen, um doch zu in bestimmten Rahmen verlässlichen Aufwänden zu kommen.

Hierfür kann man Bucket- (oder auch Eimer-)Schätzungen anwenden. Bei dieser Methode werden die einzelnen Blöcke aus dem vorherigen Abschnitt in funktionale Blöcke zerlegt. Ein Beispiel, wie sich die Blöcke der Fahrradausleihe zerlegen lassen, zeigt Abbildung 3.

Beispiel für eine Zerlegung in Funktionsblöcke der Fahrradausleihe (Abb. 3)

In einer Bucket-Schätzung werden die einzelnen Funktionsblöcke in "Eimer" einsortiert. Der erste Spieler nimmt eine Karte und legt sie auf den Tisch vor sich. Der nächste nimmt die darauf folgende Karte und sortiert sie in Bezug auf die schon liegenden Karten ein. Ist die Komplexität des Funktionsblocks auf der Karte größer, legt er sie rechts daneben, ist sie kleiner, links. Denkt der jeweilige Spieler, die Komplexität des aktuellen Funktionsblocks ist ungefähr gleich, legt er sie unter der vorherigen Karte ab.