Ganz normales Chaos im RZ – eine fiktive Story der Baron Münchhausen Universität
Seite 7: Namen oder Namenskonventionen?
Alex war sichtlich irritiert: Jeder Verantwortliche benannte die Server, wie er es für richtig hielt – wo sollte das Problem sein? Dass Namen nur Schall und Rauch sind, lernte man im ersten Semester. "Schon richtig", wandte Kai ein. "Aber Namen und Namenskonventionen sind etwas gänzlich unterschiedliches. Schau, wenn ich einen Storage-Server Data nenne und den AD Picard nenne, dann legt das zwar nahe, dass ich ein paar Folgen Star Trek TNG geschaut habe, aber was mache ich beim zweiten Storage-Server? Oder beim dritten? Nein, Konventionen sind einer der wesentlichen Grundpfeiler für Systematik im Rechenzentrum. Und die wiederum einer der Grundvoraussetzungen, dass sich Automatisierung lohnt."
"Wir bei Nexachem haben mit dem neuen KI-Cluster fast neunhundert Nodes und ein Team aus drei Leuten, das für die Hardware verantwortlich ist. Das geht aber nur, weil wir strikte Konventionen für alle Namen im Rechenzentrum haben – von Switches über Server bis hin zu Kabeln. All das ist in der NetBox dokumentiert, die damit der digitale Zwilling unseres Rechenzentrums wird. Und darauf basiert dann eben auch die Automatisierung, die ihre Daten über REST API aus der NetBox zieht."
In der Nacht lag Yara noch lange wach und hing den letzten Tagen nach. Sie fasste einen Entschluss und schaltete den Laptop ein.
Der Kampf der Admins geht weiter. Sie entwickeln einen Plan, wie sie Dr. Müller überzeugen können und das alltägliche Chaos im Rechenzentrum in den Griff bekommen, doch der Weg zur Umsetzung ist weit. Der zweite Teil der Kurzgeschichte erscheint bereits morgen. (sun)