Einfach NetBox installieren und gut ist? So leicht ist es nicht
Seite 5: Erster Workshop
Eine Woche später. Der Meetingraum war zu etwa zwei Drittel gefüllt. Einige Kollegen hielten den Workshop und die gesamte Idee der NetBox für wahlweise unnötigen Blödsinn, der ihnen noch mehr Arbeit machen oder ein idealistisches Projekt, das niemals gelingen würde. Wie viele Formen von "haben wir schon immer so gemacht" Yara in den letzten Tagen gehört hatte, vermochte sie nicht zu sagen. Aber es waren auch erstaunlich viele Gesichter anwesend, die sie beim Termin nicht erwartet hatte – nicht zuletzt Herr Dr. Müller persönlich, der sogar seinen Laptop zugeklappt hatte.
Der Termin selber begann mit einer kleinen Präsentation der NetBox von Nexachem. Die war aufgrund ihrer Wichtigkeit bei dem Chemieunternehmen sogar als hochverfügbarer Service aufgesetzt. Kai zeigte die Elevations der Racks,
(Bild:Â IX)
die IP-Adressverwaltung
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und die QR-Codes der Kabel. Ja sogar eine Topologie-Ansicht der Switch-Fabrics gab es in deren NetBox – automatisch generiert.
(Bild:Â IX)
Und er ließ Yara den bisherigen Stand des IPAMs der Universität zeigen – inklusive der doppelt vergebenen IP-Adressen. Dann bat er sie, eine IP-Adresse zu ändern und danach das Changelog anzuzeigen.
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"Das, liebe Leute, ist der Traum eines jeden Auditors!"
"Die HĂĽrde liegt im initialen Aufwand"
"Wenn wir allerdings von den Vorteilen profitieren wollen, müssen wir erst einmal möglichst alle Daten unserer Hardware in die NetBox überführen und maschinenlesbar machen." Dr. Müller, bisher noch recht aufgeschlossen, setze sich gerade hin und wirkte plötzlich doch wieder ablehnend: "Ich verstehe die Vorteile der NetBox, aber wenn wir dafür unser ganzes Rechenzentrum aufwendig digitalisieren müssen, ist es vielleicht doch eine Nummer zu groß für uns – und doch nicht das richtige Tool." Zustimmendes Raunen kam aus dem Team.
Er fuhr fort: "Bitte verstehen Sie: Wenn man, wie Sie damals, auf der grünen Wiese starten kann, ist das alles viel einfacher. Dieser Freiheit haben wir hier nur leider nicht." Kai schien mit diesem Einwand gerechnet zu haben: "Ich verstehe, was Sie meinen. Und isoliert betrachtet haben Sie recht. Ich bitte hier an dieser Stelle nur um fünf Minuten Ihrer aller Zeit, um zu erklären, warum ich Ihnen heute mehr anbiete als nur ein Tool." – "Was wollen Sie uns denn anbieten?"