Shopware kooperiert mit ERP-Anbieter plentymarkets und stellt neue B2B-Plattform vor
Shopware und plentymarkets verbinden künftig Shopsysteme mit Warenwirtschaft und wollen so vor allem kleine und mittlere Firmen für sich begeistern. Zudem hat Shopware mit bepado eine Plattform für Händler und Lieferanten geschaffen.
Kooperation im E-Commerce-Bereich: Jan Griesel, CEO plentymarkets, Eileen Vollrath, Marketing Managerin bei plentymarkets, Stefan Heyne, Vorstand der Shopware AG und Wiljo Krechting, PR-Manager shopware (v.l.n.r.).
Shopware und plentymarkets haben sich zu einer Kooperation im e-Commerce-Bereich entschlossen. Beide Unternehmen wollen künftig ein Shopsystem mit Warenwirtschaftsanwendungen kombinieren und beide Lösungen dauerhaft technisch integrieren. "Es gibt wohl kaum ein anderes Marktumfeld mit schnelleren Innovationszyklen, daher ist die langfristige Softwarewartung ein sehr wichtiges Qualitätsversprechen", so Jan Griesel Geschäftsführer der plentymarkets GmbH. Vorrangiges Ziel sei es aber ein "Einkaufserlebnis darzustellen", sagt Stefan Heyne, Vorstand der Shopware AG. Den Händlern soll es durch die Verbindung von Multichannel und Lagerbeschaffung ermöglicht werden, sich weiter komplett auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren. Dafür bieten Shopware und plentymarkets sowohl Kauf- als auch Mietlizenzen an.
Als weiteres Ziel geben die Unternehmen an, die Kompetenzen bündeln zu wollen, um so dem Handel eine ganzheitliche, professionelle e-Commerce-Lösung anbieten zu können. "Diese Kooperation hat sicher eine Signalwirkung an andere Hersteller in diesem Bereich", zeigt sich Stefan Heyne im Gespräch mit heise resale überzeugt. Die Zusammenarbeit soll Händlern eine geschlossene Prozesskette vom Vertrieb bis hin zum Versand der Waren innerhalb der Cloud liefern. Von der Kooperation sollen vor allem Händler profitieren, die ein mittleres oder großes Bestellvolumen abbilden und effektive Prozesse im Unternehmen implementieren möchten. Aufträge in einer Größenordnung von mindestens 500 bis maximal 100.000 im Monat können über die neue Kombination der beiden Lösungen abgewickelt werden.
Durch die Verbindung von ERP und Shopsystem sollen Händler künftig die Verwaltung aller Backend-Prozesse, Multichannelfunktionen, Customer Relationship Management, Payment sowie Fulfilment und statistische Auswertungen genauso nutzen können, wie hochwertige Marketingfunktionen. Zudem lässt sich die Lösung mit individuellen Designs gestalten, flexibel erweitern und verfügt über eine große Community mit vielen tausend Mitgliedern.
Shopware will sich weiterhin auf den Ausbau der erweiterbaren Shopsoftware konzentrieren und den Fokus künftig vor allem auf Marketing-Funktionen zur Kundengewinnung und deren dauerhaften Bindung legen. Dagegen richtet plentymarkets seinen Fokus vor allem auf die Verbindung der unterschiedlichen Vertriebskanäle (Multi-Channel-Sales). Dabei spielen auch die Bestandsführung und der Versand inklusive Rücksendung eine übergeordnete Rolle. Die Konfiguration individueller Prozesse und Automatismen, die an die Bedürfnisse des Handels angepasst werden können, sollen ebenfalls nicht fehlen.
Neue B2B-Plattform bepado gestartet
Shopware hat mit bepado ein neues B2B-Portal gelauncht, dass sich in erster Linie an kleine und mittelständische Onlineshop-Betreiber sowie an Lieferanten richtet. Mit bepado sollen Händler die Chance erhalten, eigenes Marketing zu betreiben und ihre Shops für Suchmaschinen zu optimieren. So will der Shopsystem-Anbieter die Abhängigkeit von großen Marktplätzen und "die Zeit der hohen Provisionen" beenden. Darüber hinaus soll die Plattform zur Vernetzung der Onlineshops untereinander führen. "Genau da setzt bepado an. Die Plattform soll die Händler stärken, sie zusammenführen und ihnen einen einfachen und profitablen Weg im Onlinehandel aufweisen. Getreu dem Motto 'gemeinsam sind wir stark', denn durch bepado sollen Händler und Lieferanten miteinander und nicht gegeneinander arbeiten", sagt Projektleiter André Schultewolter von der shopware AG. Für bepado werden keine transaktionsbedingten Provisionen fällig, womit der Shopbetreiber seine Marge deutlich attraktiver gestalten könne.
bepado hat vom Aufbau Ähnlichkeit mit einem sozialen Netzwerk.
(Bild:Â shopware AG)
Lieferanten soll es ermöglicht werden, ihre Produkte einer großen Zahl an Online-Shops anzubieten. Der Einstieg zu bepado wird ihnen daher besonders leicht gemacht. Als erster Lieferant konnte der Buchdistributor Libri gewonnen werden. Libri-Vertriebsleiter Steffen Burmeister: "Ein Buch passt ideal zu fast jedem anderen Produkt; deswegen unterstützen wir gern das innovative Plattform-Konzept von Shopware – wir sehen hier eine sehr gute Möglichkeit für mittelständische Händler, ihr Angebot geeignet zu ergänzen und sich in Ihrer Vielfalt zu präsentieren." Dutzende weiterer Händler und zahlreiche Lieferanten sollen nach Angaben von Shopware demnächst folgen, um an der nun startenden Beta-Phase von bepado teilzunehmen.
Die B2B-Plattform ist vom Aufbau einem sozialen Netzwerk nicht unähnlich und verfügt über eine entsprechende Funktionalität. So werden Händler beim professionellen Networking (Pflege und Aufbau von Geschäftsbeziehungen), Product Sharing (Artikeldaten-Austausch), Cloudsearch (Ausweitung der lokalen Shopsuche auf den Datenbestand aller teilnehmenden Händler) und Marketing (zum Beispiel Durchführung gemeinsamer Rabattaktionen etc.) unterstützt. Mit Hilfe des zentralen SDK (Software Developer Kit) lässt sich laut Anbieter zudem jedes andere Shopsystem bequem an bepado andocken. (roh)