TDD für Embedded-Plattformen – Praxiseinsatz und Framework-Vergleich

Seite 3: TDD auch fĂĽr Embedded-Entwicklung

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Testgetriebene Entwicklung in der Embedded-Welt ist nicht nur möglich, sondern auch sinnvoll. Frühe Tests und sukzessives Implementieren der Funktionsweise können Fehler früh aufdecken. Zudem entsteht eine lebendige Dokumentation, die Entwicklerinnen oder Testern auch später noch hilft, den Code und seine Annahmen zu verstehen.

Die Wahl des Test-Frameworks hängt von den Projektanforderungen ab. Google Test überzeugt durch Komfort, umfassende Assertions und eine große Community, erfordert aber eine C++-Umgebung mit ausreichend Ressourcen. CppUTest wurde explizit für Embedded-Szenarien entwickelt, ist schlanker und lässt sich einfacher auf MCUs portieren.

In vielen Fällen empfiehlt sich ein schrittweises Vorgehen: Zunächst TDD auf dem Host etablieren, um die Businesslogik unabhängig von der Hardware zu testen. Sobald die Hardware verfügbar ist, kann man entscheiden, ob man Tests auch auf der Zielplattform ausführt oder ob sie rein Host-basiert bleiben. So oder so bietet TDD mehr Sicherheit, Wartbarkeit und letztlich auch einen schnelleren Weg zur marktreifen Software. Einen tieferen Einblick in das Thema gibt das Buch "Test-Driven Development for Embedded C" von James W. Grenning.

Abschließend sei erwähnt, dass KI-Systeme wie GitHub Copilot, ChatGPT und Cursor auch bei TDD eine wertvolle Unterstützung bieten können. Ist ein Test manuell definiert, kann die KI in der Regel sinnvollen Code dazu entwickeln. Hier lohnt es sich experimentierfreudig zu sein – unter Berücksichtigung der Datenschutzproblematik beim Einsatz von KI. Natürlich gilt auch hier: Den von der KI generierten Code darf man nicht ungeprüft übernehmen. Sonst ist der vermeintliche Vorteil schnell dahin.

(rme)