Typische Fehler, die kleine und mittelständische Unternehmen bei ihrer PR machen, Teil I
PR in eigener Sache klingt einfach, ist es aber nicht. Wer die Pressearbeit trotzdem selbst in die Hand nehmen will, sollte die folgenden Regeln beachten.
Gerade in kleineren Unternehmen wird oft auf eine eigene Presseabteilung oder eine Agentur verzichtet. Es falle sowieso nicht viel Pressearbeit an, das könne ein Mitarbeiter bei Bedarf leicht mitmachen. Doch gerade PR sollte nicht einfach im Arbeitsalltag nebenbei erledigt werden. Unbedachte Pressemitteilungen können den Ruf eines Unternehmens schädigen. Die Hamburger PR-Agentur Schott Relations hat für uns die häufigsten Fehler von Unternehmen bei der Pressearbeit zusammengestellt.
Pressetext = Werbetext
Falsch! Auch wenn sich ein Unternehmen über eine große Neuerung freut, so ist doch bei der Pressemitteilung auf Neutralität und Wertungsfreiheit zu achten. Wer werbliche Phrasen benutzt, senkt die Chancen, dass die Presseinformation veröffentlicht wird.
Ohne Pressetext keine Anzeige
Dem Redakteur damit zu drohen, keine Anzeigen mehr zu schalten, wenn die Pressemitteilung nicht gedruckt wird, zeugt von schlechtem Stil. Im Zweifel sitzt der Redakteur am längeren Hebel. Wer es sich mit einem Redakteur verscherzt, wird vermutlich für immer auf Berichterstattungen des Mediums verzichten müssen.
Andrea Zaszczynski ist seit 16 Jahren für Schott Relations tätig und seit drei Jahren Geschäfts- führerin der PR-Agentur in Hamburg. Zu ihren Kunden zählen mittelständische Unter- nehmen aus den Branchen Maschinenbau, Energie, Verlage und Dienstleister wie Anwalts-, Notar- und Apothekerkammern.
Richtigstellungen und Gegendarstellungen verlangen
Ein Fehler in einer Berichterstattung oder eine schlechte Unternehmensdarstellung – da werden direkt Rufe nach einer Richtigstellung laut. Doch hier ist besonderes Fingerspitzengefühl gefragt. Das Instrument der Richtigstellung oder Gegendarstellung ist nur im äußersten Notfall anzuwenden. Wer Druck macht, zerstört vielleicht das Verhältnis zum Journalisten. Außerdem werden diese Texte meist nur an versteckten Stellen abgedruckt. Besser, man sucht nach einem Kompromiss und vereinbart zum Beispiel eine erneute Berichterstattung.
Eine Meldung wirkt nur mit einer Pressekonferenz
Falsch! Nicht jede Information muss mit einer großen Pressekonferenz einhergehen. Auch hier gilt: Weniger ist mehr! Für einen Pressetermin müssen sich Redakteure viel Zeit nehmen. Die Enttäuschung ist groß, wenn das Unternehmen eigentlich nicht viel zu sagen hat. Daher sollte man immer abwägen, ob sich der Aufwand für den Redakteur lohnt.
Jede Neuigkeit des Unternehmens muss publiziert werden
Qualität geht über Quantität! Wenn ein Redakteur ständig uninteressante Meldungen eines Unternehmens erhält, landen bald alle Pressemitteilungen ungelesen im Müll. So finden dann auch die wichtigen Nachrichten kein Gehör mehr. Hier lauert gleich die nächste Gefahrenquelle: Es sollten auch nicht zu wenige Mitteilungen im Jahr sein. Es gilt, einen sauberen Mittelweg zu finden. Eine kontinuierliche und gute Pressearbeit bringt ein Unternehmen regelmäßig ins Gespräch und schafft Präsenz. Wer unregelmäßig Mitteilungen versendet, verschenkt Potenzial und muss die Redakteure stets neu auf sich aufmerksam machen. (Marzena Sicking) /
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