Vor 40 Jahren: Space Shuttle Challenger explodiert kurz nach dem Start

Seite 2: Es gab Warnungen

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Präsident Reagan leitete eine Untersuchung des Unglücks ein, an der auch der bekannte Physiker Richard Feynman beteiligt war und über die 2013 ein Spielfilm mit dem Titel „The Challenger“ erschien. Schon nach wenigen Monaten, im Juni 1986, legte die Rogers-Kommission ihren Untersuchungsbericht vor. Sie stellte fest, dass das Unglück knapp 59 Sekunden nach dem Start begann: Aus der rechten der beiden Feststoffraketen schlugen Flammen, Sekunden später explodierte der große Tank der Challenger, der mit etwa 1,5 Millionen Litern flüssigem Wasserstoff und Sauerstoff gefüllt war. Eine riesige Knallgasexplosion zerriss das Shuttle.

Als Ursache für die Katastrophe nannten die Experten in ihrem Untersuchungsbericht einen Dichtungsring an dem Booster, der porös geworden war. Es entstand ein Leck, durch das mehrere Tausend Grad heiße Gase entwichen, die den Tank beschädigten und den Treibstoff entzündeten.

Das Schlimme ist, dass die Katastrophe hätte abgewendet werden können. Schon einige Monate vor dem Start, im Sommer 1985, warnte ein Mitarbeiter von Morton Thiokol, dem Hersteller der Feststoff-Booster, die Dichtungsringe könnten unsicher sein. Und selbst das war nicht neu: Schon nach dem zweiten Flug des Space Shuttle 1981 stellten NASA-Techniker Schäden an den Dichtungsringen fest.

Am Tag vor dem Start rieten Morton-Thiokol-Mitarbeiter zu einer Startverschiebung. Es wurde befürchtet, dass die ungewöhnliche Kälte – in Florida herrschten Minusgrade – den Dichtungsringen zusetzen könnte. Doch NASA und Booster-Hersteller standen unter Druck: die NASA politisch, ihr Startprogramm einzuhalten, und Morton Thiokol, weil man Gefahr lief, den Auftrag für den Bau der Shuttle-Booster zu verlieren. So wurden die Bedenken schließlich beiseite geschoben und der Start freigegeben.

Endgültig zum Verhängnis wurde der Crew, dass die NASA bei der Konstruktion des Space Shuttle auf ein Rettungssystem verzichtet hatte – aus Kostengründen. Das Cockpit wurde weitgehend intakt gefunden. Ein Fallschirm hätte den sieben Verstorbenen möglicherweise das Leben retten können.

Der Start der Challenger im Januar 1986 sollte der Auftakt zum laut NASA „wichtigsten Jahr seit Beginn der Raumfahrt“ werden, mit 15 Starts in einem Jahr. So ist auch die Mitnahme von McAuliffe zu verstehen und die Idee, sie aus dem Weltraum unterrichten zu lassen. Die NASA wollte suggerieren, dass bemannte Raumfahrt etwas Alltägliches geworden sei.

Stattdessen kam die bemannte Raumfahrt zu einem abrupten Stillstand. Mehr als zwei Jahre ruhte das Shuttle-Programm, erst im September 1988 startete wieder eines. Aber erst Mitte der 90er-Jahre erreichten die Shuttles wieder eine Startrate wie vor dem Unglück. In der Phase gab es dann auch wieder wichtige Meilensteine: das Aussetzen des Weltraumteleskops Hubble und später dessen Reparatur, ein Rendezvous und später ein Andocken an die russische Raumstation Mir.

Um die Jahrtausendwende stand das nächste große Projekt an: der Aufbau der Internationalen Raumstation (International Space Station, ISS) ab 1998. Mehrfach im Jahr startete der Raumgleiter mit Komponenten für die Station, die in 400 Kilometer Höhe um die Erde kreist – bis am 16. Januar 2003 wieder das Schicksal zuschlug: Beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühte das Shuttle Columbia, die siebenköpfige Besatzung starb. Erneut ruhte das Shuttle-Programm für zweieinhalb Jahre. Im Juli 2005 flog wieder ein Shuttle zur ISS.

Zwei Jahre später fand die erste Schulstunde im All statt: McAuliffes Ersatzkandidatin Barbara Morgan flog im Sommer 2007 mit dem Space Shuttle Endeavour zur ISS und unterrichtete aus dem Weltall – wie es für McAuliffe 19 Jahre zuvor geplant war.

Das Teacher in Space Project wurde nach der Challenger-Katastrophe jedoch nicht weitergeführt und 1990 von der NASA offiziell beendet. Erst 1998 wurde ein Nachfolgeprogramm aufgesetzt, das Educator Astronaut Project. Es umfasste drei Personen, eine Frau und zwei Männer, die 2009 und 2010 mit Space Shuttles zur ISS flogen. Anders als McAuliffe und Morgan hatten sie alle drei eine vollwertige Astronautenausbildung und übernahmen reguläre Aufgaben auf der Station.

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Der letzte Flug eines Space Shuttle fand im Juli 2011 statt. Nach 30 Jahren und 135 Flügen beendete die NASA die Ära des wiederverwendbaren Raumgleiters Space Shuttle und setzte wieder auf Einwegraketen. Erst in den 2020er-Jahren ist Raumfahrt zu etwas Alltäglichem geworden – nicht zuletzt dank privater Raumfahrtunternehmen, die aus Kostengründen Mehrwegraumfahrzeuge nutzen.

(wpl)