4 Jahre Haft wegen Betrug: Trump begnadigt Nikola-GrĂĽnder Trevor Milton
Eigentlich soll der Gründer des Elektroautokonzerns Nikola wegen Betrugs vier Jahre ins Gefängnis. Jetzt wurde er aber begnadigt, Donald Trump verteidigt ihn.

(Bild: Anna Moneymaker/Shutterstock.com)
Der wegen Betrugs zu vier Jahren Gefängnis verurteilte Gründer des Elektrolastwagenentwicklers Nikola ist laut übereinstimmenden Berichten von US-Präsident Donald Trump begnadigt worden. Das hat Trevor Milton auf seinem Instagram-Account publik gemacht. Trump selbst hat das inzwischen bestätigt. Auf der Internetseite des Weißen Hauses findet sich aber bislang keine Stellungnahme dazu. Milton habe nichts Unrechtes getan, behauptete der US-Präsident. Er habe gehört, dass Milton lediglich "verfolgt" worden sei, weil er ein früher Trump-Unterstützer gewesen sei.
Begnadigung nach Geldspende fĂĽr Trump
Milton wurde Ende 2023 zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, weil er nach Überzeugung des Gerichts wiederholt Märchen erzählt hat, um Anleger zu betrügen und sich zu bereichern. Dabei ging es um irreführende Angaben über angebliche Errungenschaften seiner Elektrolastwagenenfirma sowie die Zahl angeblich verbindlicher Fahrzeugbestellungen. Außerdem hat sich Milton eine Luxusranch mit falschen Darstellungen über Nikola erschlichen und zum Teil mit Aktienoptionen bezahlt, die sich als wertlos erwiesen. Milton selbst hat seine Schuld immer geleugnet und behauptet, er sei lediglich ein unerfahrener Manager mit zu viel Optimismus gewesen.
Auf Instagram erklärte Milton jetzt, dass Trump persönlich ihn angerufen und über die Begnadigung informiert habe. "Für seinen Mut" sei er ihm "unglaublich dankbar", ergänzte er. Bei der Begnadigung gehe es auch nicht nur um ihn, sondern "um alle Amerikaner, die von der Regierung über den Tisch gezogen wurden". Das seien "unglücklicherweise viele Menschen". Milton hatte seine Gefängnisstrafe bislang nicht angetreten, weil das Berufsverfahren noch lief. Trotzdem erklärte er noch, dass er jetzt mit seiner Frau und seiner Familie zusammen sein könne: "Es ist erledigt, es ist vorbei". Beide haben kurz vor der US-Präsidentschaftswahl 1,8 Millionen US-Dollar an Trumps Wahlkampagne gespendet, schreibt die Nachrichtenagentur AP.
Nachdem Nikola vor einem Jahrzehnt mit dem Plan angetreten ist, Lastwagen mit Brennstoffzellen- und Batterieantrieb auf die Straße zu bringen, ging der Konzern 2020 an die Börse. Dort war das Unternehmen während der Euphorie um Elektroautos zeitweise bis zu 29 Milliarden US-Dollar wert. Zuletzt lieferte Nikola laut der Nachrichtenagentur dpa zwar Sattelschlepper aus – aber nicht genügend für ein nachhaltiges Geschäft. Im Februar meldete das Unternehmen Insolvenz an und erklärte, das bald das Geld ausgehen könnte. Die Unternehmenswerte sollen verkauft und das eigene Geschäft eingestellt werden, hieß es. Drittgrößter Gläubiger ist der deutsche Autozulieferer Bosch, dem Nikola über 17 Millionen Dollar schuldet.
(mho)