6G-Flaggschiffinitiative: Nokia leitet europäisches Projekt Hexa-X

Das Forschungsrahmenprogramm Horizont 2020 finanziert Hexa-X zur Entwicklung des 5G-Nachfolgers 6G – ohne Huawei.

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(Bild: BongkarnGraphic/Shutterstock.com)

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Der finnische Telekommunikationskonzern Nokia hat zusammen mit 21 anderen Unternehmen das Entwicklungsprojekt Hexa-X angekündigt. Als europäische Flaggschiffinitiative soll es ab Januar 2021 den nächsten Mobilfunkstandard 6G ausarbeiten. Das Konsortium soll etwa zweieinhalb Jahre lang die Grundpfeiler für 6G entwickeln, das in der typischen 10-Jahres-Kadenz voraussichtlich 2030 den Markt erreichen wird. Derzeit steht 5G gerade einmal in den Startlöchern.

Die technische Leitung von Hexa-X übernimmt der schwedische Netzausrüster Ericsson, zudem sind die Mobilfunkbetreiber Telefónica und Orange, der französische IT-Dienstleister Atos, Siemens sowie Intel dabei. Letzterer Hersteller entwickelt zwar keine eigenen Mobilfunkmodems mehr, entwirft aber weiterhin Prozessoren für Mobilfunkbasisstation wie den Atom P5900. Deutschland ist mit der Technischen Universität Dresden und der Technischen Universität Kaiserslautern vertreten.

Ein Name, der bei bisherigen Mobilfunk-Forschungsprojekten stets vertreten war: Huawei – etwa in der Joint Beyond 5G Research Initiative (JB5GRI). In den vergangenen Monaten und Jahren wuchs die Kritik am chinesischen Unternehmen, insbesondere vonseiten der USA, aufgrund der Verbindungen zur chinesischen Regierung.

Das Hexa-X-Projekt wird von dem europäischen Forschungsrahmenprogramm Horizon 2020 vor dessen Lebensabend (mit-)finanziert – nächstes Jahr startet Horizon Europe mit einem Budget von 76 Milliarden Euro.

Die bisherigen Punkte für 6G-Mobilfunk sind noch weitgehend theoretischer Natur. Auf dem Plan steht wie bei jeder neuen Generation eine höhere Übertragungsrate bei gleichzeitig reduzierter Latenz. Nokia spricht in der eigenen Pressemitteilung zudem von einem effizienten Betrieb für eine hohe Nachhaltigkeit und der Nutzung von künstlicher Intelligenz zur Verbesserung der Nutzererfahrung.

(mma)