zurück zum Artikel

Abschreibungen ziehen Tomtom tief in die Verlustzone

Andreas Wilkens

Erneut hat der niederlĂ€ndische NavigationsgerĂ€tehersteller Abschreibungen auf den gesunkenen Firmenwert seines GeschĂ€ftsbereichs Tele Atlas vorgenommen. Außerdem ging der Umsatz im vergangenen Quartal um 13 Prozent zurĂŒck.

Der niederlĂ€ndische NavigationsgerĂ€tehersteller Tomtom [1] hat im vergangenen Quartal einen UmsatzrĂŒckgang von 13 Prozent auf 314 Millionen Euro verzeichnet. Dem Gewinn von 34 Millionen Euro vor einem Jahr steht laut Mitteilung [2] nun ein Verlust von 489 Millionen Euro gegenĂŒber. Ursache sind Firmenwert-Abschreibungen auf die Kartensparte Tele Atlas in Höhe von 512 Millionen Euro.

Ende 2007 hatte Tomtom knapp 3 Milliarden Euro fĂŒr den Straßenkarten-Produzenten bezahlt [3]. Auf den schrumpfenden Firmenwert von Tele Atlas hatte TomTom bereits im Jahr 2009 Abschreibungen vorgenommen [4]. Mittlerweile steht das Unternehmen mit einem Wert von 1,23 Milliarden Euro in den BĂŒchern, wie das Wall Street Journal berichtete.

Der Umsatz mit GerĂ€ten fĂŒr Privatverbraucher ging um 23 Prozent auf 209 Millionen Euro zurĂŒck. Dem gegenĂŒber wuchs der Umsatz mit GerĂ€ten fĂŒr Autos um 34 Prozent auf 60 Millionen Euro und mit GeschĂ€ftslösungen um 12 Prozent auf 15 Millionen Euro. Das Unternehmen hatte bereits im Juni erneut seine Umsatzerwartung gesenkt [5] und hĂ€lt die Prognose nun bei. Es leidet offenbar darunter, dass die Nutzer zur Orientierung und zum Nachschlagen immer hĂ€ufiger ihr Smartphone nutzen oder kostenlose Kartendienste im Web wie von Microsoft oder Google. (anw [6])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-1284298

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.tomtom.com
[2] http://corporate.tomtom.com/releasedetail.cfm?ReleaseID=593416
[3] https://www.heise.de/news/TomTom-uebertrumpft-mit-hoeherem-Gebot-fuer-Tele-Atlas-Garmin-Offerte-192860.html
[4] https://www.heise.de/news/Abschreibungen-ziehen-TomTom-ins-Minus-199930.html
[5] https://www.heise.de/news/Tomtom-senkt-Umsatzerwartung-erneut-1269275.html
[6] mailto:anw@heise.de