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Autodiebstahl mit AirTags: Kanadische Ganoven markieren teure Autos

Ben Schwan
AirTag

Ein AirTag von Apple.

(Bild: tre / Mac&i)

Bereits zuvor gab es Berichte, dass Ganoven Bluetooth-Tracker verwenden, um interessante Klaukandidaten zu finden. In Montreal kam es nun zu mehreren FĂ€llen.

Behörden im amerikanischen Bundesstaat Vermont haben Besitzer teurer Fahrzeugmodelle vor einem unerwĂŒnschten Tracking mittels Apple-AirTa [1]g gewarnt. Dabei scheinen Diebe zu versuchen, die Autos vorab zu markieren, um sie spĂ€ter entwenden zu können, berichten Lokalsender in Burlington. Bei den FĂ€llen waren Amerikaner ĂŒber die Grenze ins kanadische Montreal gefahren. SpĂ€ter erhielten sie eine Warnung auf ihr iPhone, dass ihnen ein unbekannter Tracker folgt.

Wie die Polizei in Burlington mitteilte, gab es im MĂ€rz mindestens zwei Berichte von Betroffenen. Eines der Opfer, Ethan Yang, sagte dem Sender WCAX [2], er habe Familienmitglieder in Montreal besucht. "Als ich auf dem RĂŒckweg war und gerade die Grenze ĂŒberqueren wollte, meldete mir mein Telefon, dass es da wohl ein TrackinggerĂ€t gibt." Er habe die Benachrichtigung dann bestĂ€tigt und konnte einen AirTag an seinem Auto auffinden, nachdem er diesen vom iPhone aus zum Piepen gebracht hatte. "Ich war sofort besorgt und verĂ€ngstigt, anfangs aber einfach nur verwirrt."

Den Behörden zufolge ist denkbar, dass Kriminelle das Auto zunĂ€chst nur identifizieren wollten, um es dann spĂ€ter im Rahmen eines Autodiebstahlringes zu entwenden und ins Ausland zu verschiffen. Wie dies konkret abgelaufen wĂ€re, blieb im Dunkeln. In frĂŒheren Jahren hatten Diebe in Montreal Autos geklaut und dann nach Afrika oder Russland verschifft. Nutzer sollten sich ĂŒber die Möglichkeiten, Tracker wie AirTags aufzufinden [3], informieren, hieß es weiter. Apple selbst hat dazu besagte Warnfunktion, Tracker anderer Anbieter lassen sich auf dem iPhone mit der Software AirGuard [4] auffinden.

Momentan ist noch das Problem, dass es an einheitlichen Standards fehlt. Apple und Google wollen allerdings beim "Wo ist?"-Netzwerk kooperieren [5] und GerĂ€te kĂŒnftig gegenseitig auffinden und Warnungen aussprechen. So soll eine entsprechende Funktion bereits Teil von iOS 17.5 [6] werden, das in den kommenden Wochen erscheinen dĂŒrfte. Einen gemeinsamen Standard gibt es bereits seit Dezember 2023, doch an der Umsetzung haperte es zunĂ€chst.

Auf dem iPhone sollen dann demnĂ€chst Warnmeldungen erscheinen. Zu den Strings, die in iOS 17.5 entdeckt wurden, gehört die Information, dass ein Objekt "nicht fĂŒr das Apple-Wo-ist?-Netzwerk zertifiziert ist". Nutzer können den Tracker dann deaktivieren und "verhindern, dass er seinen Standort an den Besitzer weitergibt".

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(bsc [9])


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[1] https://www.heise.de/news/AirTags-bringen-Objekte-in-Apples-Wo-ist-Netzwerk-6021999.html
[2] https://www.wcax.com/2024/03/28/montreal-criminals-targeting-local-travelers-with-airtags/
[3] https://support.apple.com/de-de/HT212227
[4] https://www.heise.de/news/Bluetooth-Tracker-AirGuard-warnt-iPhone-Nutzer-vor-mehr-als-nur-AirTags-9050141.html
[5] https://9to5google.com/2024/04/04/google-android-find-my-device-network-launch-date/
[6] https://www.heise.de/news/iOS-17-5-Was-im-naechsten-groesseren-iPhone-Update-steckt-9672586.html
[7] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[8] https://www.heise.de/mac-and-i
[9] mailto:bsc@heise.de