UnfÀlle mit Tesla: US-Untersuchung zum Fahrassistenten "Autopilot" ausgeweitet
(Bild: TierneyMJ/Shutterstock.com)
Die US-Verkehrsbehörde analysiert seit Monaten Tesla-UnfĂ€lle mit aktiviertem Autopilot. Die Ausweitung ist ein Schritt in Richtung eines möglichen RĂŒckrufs.
Die US-Verkehrsbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) weitet eine im August eingeleitete Untersuchung des Fahrassistenzsystems "Autopilot" von Tesla aus und macht damit einen Schritt hin zu einem möglichen RĂŒckruf. In der Untersuchung geht es um UnfĂ€lle, bei denen Tesla-Fahrzeuge mit aktiviertem "Autopilot" in am StraĂenrand geparkte Notfall-Fahrzeuge gefahren sind. UrsprĂŒnglich untersuchte die Behörde elf solcher VorfĂ€lle, seit Beginn der Untersuchung sind sechs weitere hinzugekommen. Der jĂŒngste Unfall ereignete sich im Januar. Aus der "vorlĂ€ufigen Auswertung" der VorfĂ€lle wurde nun eine "technische Analyse".
Dutzende UnfÀlle werden untersucht
FĂŒr die ausgeweitete Analyse [1] sollen jetzt zusĂ€tzliche Daten ausgewertet und Fahrzeugbewertungen durchgefĂŒhrt werden. AuĂerdem will die Verkehrsbehörde ermitteln [2], in welchem MaĂ das System namens "Autopilot" Sicherheitsrisiken durch menschliche Faktoren oder menschliches Verhalten verstĂ€rken, indem sie die EffektivitĂ€t der Aufsicht durch die Person am Steuer unterminieren. Ferner untersucht die NHTSA auch noch mehr als 100 UnfĂ€lle, vor denen zwar der "Autopilot" aktiviert war, an denen aber keine Notfall-Fahrzeuge beteiligt waren. In etwa der HĂ€lfte davon gebe es Hinweise darauf, dass die Person am Steuer unzureichend auf die Verkehrssituation reagiert hat.
Teslas Umgang mit der Technik namens "Autopilot" steht seit LĂ€ngerem in der Kritik. Anders, als es der Name nahelegt, handelt es sich lediglich um ein Fahrassistenzsystem, die HĂ€nde mĂŒssen auch wĂ€hrend es aktiviert ist, jederzeit am Steuer bleiben. Nutzer und Nutzerinnen mĂŒssen jederzeit bereit sein, die Kontrolle zu ĂŒbernehmen. Der Name wirkt dementsprechend ĂŒbertrieben und könnte zu fahrlĂ€ssiger Nutzung einladen, intern waren Sicherheitsbedenken von Firmenchef Elon Musk beiseite gewischt worden [3]. Die nĂ€chste Stufe des Programms nennt Tesla sogar "Full Self-Driving" [4] (komplett selbstfahrend), obwohl es nach in der Branche gĂ€ngigen Kriterien weiterhin lediglich ein Assistenzsystem bleibt.
HauptsÀchlich wurden AuffahrunfÀlle mit Teslas analysiert
Bei den jetzt hauptsĂ€chlich analysierten AuffahrunfĂ€llen waren die betroffenen Feuerwehr- und Ambulanzfahrzeuge unter anderem durch aktivierte Lichtsignale deutlich zu erkennen. Tesla hatte im Herbst ein Software-Update veröffentlicht, dass die Erkennung solcher Signale auch bei schwierigen LichtverhĂ€ltnissen verbessern sollte. Die NHTSA hinterfragt nun unter anderem, warum dieses Update nicht als RĂŒckruf ausgewiesen wurde. Nach der Untersuchung eines tödlichen Unfalls mit aktiviertem "Autopilot" hatte die Verkehrssicherheitsbehörde weder bei dem Fahrassistenten noch im automatischen Bremssystem einen Fehler gefunden. Sie hatte aber darauf verwiesen, dass die Bedienungsanleitung gelesen werden mĂŒsse [5]. Die könnte Tesla auĂerdem verbessern, sagte die Behörde.
Seitdem Tesla mit dem "Autopilot" ausgestattet wurden, gibt es immer wieder Untersuchungen des Systems [6]. Seit Februar etwa werden Hunderte Berichte ĂŒber FĂ€lle geprĂŒft, in denen die Autos plötzlich und unvermittelt gebremst haben sollen. Die Behörde forderte dazu auch bei anderen Autoherstellern Informationen zu deren Assistenzsystemen an.
(mho [8])
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[2] https://static.nhtsa.gov/odi/inv/2022/INOA-EA22002-3184.PDF
[3] https://www.heise.de/news/Tesla-Sicherheitsbedenken-zu-Autopilot-und-FSD-von-Musk-beiseite-gewischt-6288945.html
[4] https://www.heise.de/news/Teslas-Full-Self-Driving-Update-nach-einem-Tag-zurueckgezogen-6227240.html
[5] https://www.heise.de/news/US-Behoerde-zu-toedlichem-Tesla-Autopilot-Unfall-Anleitung-lesen-3603379.html
[6] https://www.heise.de/news/Teslas-Autopilot-Ermittlungen-zu-30-Unfaellen-in-den-USA-10-Todesfaelle-6110416.html
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