Chatten per Mail
(Bild: Shutterstock)
Jede Alternative zu WhatsApp hatte bisher ein Problem: wenig Nutzer, wenig AttraktivitÀt. Nun soll ein Open-Source-Projekt das Àndern.
Der neue Messenger "OX Coi" will die Vorteile von E-Mail und Chat miteinander verbinden. Das berichtet das Magazin Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe 5/2020 [1] (jetzt am Kiosk).
Coi steht fĂŒr "Chat over IMAP" und IMAP wiederum fĂŒr das "Internet Message Access Protocol" â also das verbreitetste E-Mail-Protokoll. Es wird von fast vier Milliarden Menschen genutzt.
OX Coi fÀhrt zweigleisig. Die dazugehörige App funktioniert so wie andere Messenger, doch das System funktioniert auch ohne App. Dann landen die Nachrichten im dazugehörigen E-Mail-Postfach.
Vorabversion
Bisher existiert die App lediglich als Betaversion fĂŒr Android. Man kann damit ein eigenes Profil anlegen, Gruppen bilden, Bilder verschicken, LesebestĂ€tigungen anfordern und so weiter. Zudem erzeugt die App einen QR-Code, ĂŒber den sich Kontaktdaten austauschen lassen, indem man ihn abfotografiert.
Das System hat allerdings noch einige Kinderkrankheiten, wie Technology Review in einem Test feststellte. So tauchen Kontakte mit mehreren E-Mail-Adressen als verschiedene Personen in der App auf; Fotos mit Kommentaren werden in zwei separaten Mails verschickt; die Push-Benachrichtigung fĂŒr neu eingegangene Nachrichten funktioniert noch nicht richtig.
GroĂe PlĂ€ne
Vieles davon stehe bereits auf der To-do-Liste des rund zwanzigköpfigen Entwicklerteams, sagt Robert Virkus, Produktmanager beim Anbieter Open-Xchange [10]. FĂŒr einige Funktionen mĂŒsse allerdings der E-Mail-Provider ein Plug-in auf seinem Server installieren. Bisher gibt es dieses Plug-in lediglich fĂŒr die Server-Software "Dovecot". Darauf laufen zwar laut Virkus rund drei Viertel aller Server weltweit, aber ausgerechnet Schwergewichte wie Google oder 1&1 zĂ€hlen nicht dazu. Ob und wann sie das Plug-in ĂŒbernehmen, ist offen. Doch selbst wenn das nicht der Fall sein sollte: Virkus hofft, dass die neuen Chat-Features attraktiv genug sind, um Nutzer von den groĂen Providern wegzulocken.
Die Version 1.0 von Plug-in und App soll voraussichtlich im Oktober erscheinen. Sie verschlĂŒsseln alle Nachrichten einschlieĂlich Metadaten von Ende zu Ende und speichern keine Log-in-Daten auĂerhalb des GerĂ€ts, verspricht Virkus. Der Quelltext ist offen, andere Entwickler sind ausdrĂŒcklich aufgerufen, mitzumachen oder eigene Apps zu schreiben.
Den kompletten Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 5/2020 der Technology Review [11] (jetzt im gut sortierten Zeitschriftenhandel erhÀltlich). (grh [12])
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[7] https://www.heise.de/hintergrund/Fokus-Open-Source-Einmal-Utopia-und-zurueck-4700868.html
[8] https://www.heise.de/hintergrund/Fokus-Open-Source-Die-Gesund-Maker-4700871.html
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[10] https://www.open-xchange.com/
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