Schwimmende Atomkraftwerke sollen US-KĂĽstenregionen mit Strom versorgen

Durch den wachsenden Strombedarf erlebt Atomkraft eine Renaissance. Core Power will schwimmende Anlagen vor den US-KĂĽsten verankern.

In Pocket speichern vorlesen Druckansicht 254 Kommentare lesen
Schwimmendes Atomkraftwerk

KĂĽnstlerische Darstellung eines schwimmenden Atomkraftwerks

(Bild: Core Power)

Lesezeit: 2 Min.

Atomstrom für die USA: Das britische Unternehmen Core Power entwickelt schwimmende Atomkraftwerke. Sie könnten bereits im kommenden Jahrzehnt einsatzbereit sein.

Floating Nuclear Power Plant (Schwimmendes Kernkraftwerk, kurz FNPP) nennt Core Power seine Entwicklung. Es soll einen FlĂĽssigsalzreaktor bekommen, der eine Leistung von 1,2 Gigawatt liefert.

Der Strom soll per Kabel an Land transportiert werden. Da rund 65 Prozent der wirtschaftlichen Aktivitäten an Küsten stattfänden, entfielen lange Übertragungswege, sagt Core-Power-Chef Mikal Bøe.

Zudem stellt sich das Unternehmen vor, dass in Nachbarschaft zu einem FNPP auch schwimmende Anlagen für die Wasserstoffgewinnung verankert werden können. Diese sollen mit dem Strom und der Abwärme des Atomreaktors betrieben werden und gleich vor Ort synthetische Kraftstoffe produzieren, die dann per Tanker verschifft werden.

Flüssigsalzreaktor oder Molten Salt Reactor (MSR) werden mit Thorium betrieben. Als Kühlmittel kommt flüssiges Salz zum Einsatz. Ein solcher MSR ist kompakt und einfacher aufgebaut als ein Druck- oder Siedewasserreaktor. Eine Kernschmelze soll bei diesem Reaktortyp nicht möglich sein.

Zwar werden weltweit wieder mehr Atomkraftwerke gebaut. Deren Befürworter argumentieren, dass sie Strom ohne klimaschädliche Emissionen lieferten. Allerdings verzögern sich die Projekte und werden deutlich teurer als geplant, wie etwa beim französischen Reaktor Flamanville 3.

FNPPs hingegen sollen laut Core Power deutlich günstiger sein als Atomkraftwerke, die an Land gebaut werden: 80 Prozent der Baukosten seien "nicht-nuklear", erläuterte das Unternehmen. Dazu zählten etwa die Vorbereitung des Standortes oder Bauarbeiten vor Ort. FNPPs sollen in Serie an einer zentralen Produktionsstätte gefertigt und dann zum Bestimmungsort geschleppt werden.

Ein erstes schwimmendes Atomkraftwerk gibt es bereits: die Akademik Lomonossow des staatlichen russischen Energiekonzerns Rosatom. Sie wurde in St. Petersburg gebaut und dann zu seinem Einsatzort in Sibirien geschleppt.

Core Power will ab 2028 Bestellungen annehmen. Die ersten schwimmenden Atomkraftwerke sollen Mitte der 2030er-Jahre einsatzbereit sein. Core Power plant zudem auch, zu einem späteren Zeitpunkt Schiffe mit Atomantrieb zu bauen.

(wpl)