Datendrang: Mediendatenbanken fĂĽr Foto und Grafik

Seite 10: StudioLine PhotoClassic

Inhaltsverzeichnis

StudioLine ist ein Komplettpaket zur Verwaltung, Bearbeitung und Veröffentlichung. Die Bilder erreicht man nicht direkt aus der Ordnerstruktur, sondern importiert sie ins Bildarchiv. Dabei nimmt StudioLine vorhandene IPTC-Schlagwörter in den Kategoriebaum auf. Im Tab "Beschreibungen" zeigt es EXIF- und IPTC-Daten sowie Windows-Beschreibungen, allerdings kein XMP. In IPTC gespeicherte Ortsnamen und Geo-Tags fasst es unter „Geographische Informationen“ zusammen. Darüber hinaus darf man eigene Ansichtensets definieren. Eine großzügige Kalenderansicht zeigt zu jedem Aufnahmetag ein Vorschaubild. IPTC-Daten lassen sich von Bild zu Bild übertragen. Wenn man die gewünschten Daten für den Importordner vordefiniert, kann das Programm beim Import mehrere Fotos in einem Rutsch verschlagworten. Bewertungen vergibt es in der Diashow-Ansicht bequem per Tastenkürzel.

Der Import-Dialog übernimmt Digitalfotos direkt von der Kamera ins Bildarchiv und schaufelt sie dabei im StudioLine-Archiv auf die Festplatte. An unterschiedlichen Tagen aufgenommene Bilder landen auf Wunsch in nach Datum benannten Ordnern. Hier darf man die Dateien auch umbenennen – aber nur per Texteingabe inklusive fortlaufender Nummerierung. Die Backup-Funktion sichert auf Festplatte oder DVD. Der Such- Dialog fahndet auf Wunsch gleichzeitig in mehreren Metadatenfeldern und grenzt über Datum und Pfad ein. StudioLine nutzt Wildcards und kann gefundene Begriffe durch andere ersetzen. Die gut sortierte erweiterte Suche in einzelnen Metadatenfeldern ist über das gefilterte Bildarchiv erreichbar. Die Standardvorlagen für den HTML-Export wirken zurückhaltend, die Seiten zu Babys, zum Valentinstag und zum Thema Urlaub (eigentlich nur zu „Bella Italia“) sind sehr speziell. Allerdings darf man auch eigene Vorlagen aus einer nackten Thumbnail-Tabelle zusammenstellen. Als Druckvorlagen stehen nicht nur Standardgrößen, sondern auch Kalender, CDCover und Grußkarten zur Verfügung – wiederum mit änderbarem Layout.

Portfolio und IMatch punkten mit einer guten Performance und einer leistungsfähigen Datenbank für große Bildermengen. Beide sind vielseitig einsetzbar, für Fotografen aber wenig empfehlenswert. Portfolio unterstützt weder Bewertungen noch ICC-Farbprofile, XMP-Begleiter oder PSD-Export. Es verwaltet jedoch Grafikformate wie Illustrator-Dateien und dient sich daher eher Design-Büros an. IMatch bietet trotz sprödem Äußeren alle nötigen Funktionen, wenn man sie findet. Programmierer finden in der Skript-Engine eine vielfältige Spielwiese.

Fotostation bewährt sich in Verlagen und Bildagenturen. Es automatisiert nicht nur die Bildbearbeitung, sondern punktet auch mit regelgesteuerten Tabellen. Für die Fotoverwaltung ist Expression Media nach wie vor gut geeignet. Es fällt durch einfache Bedienung und augenfreundliche Oberfläche auf, ist aber recht kostspielig. ACDSee Pro ist eher ein gefälliger Betrachter mit Metadatenbonus. An der Datenbank hapert es. IDImager bietet für Fotografen zugeschnittene Funktionen und konsequente XMP-Unterstützung, wirkt aber wenig durchdacht und reagiert langsam. Aufgrund der vielen Kompromisse greifen immer mehr Fotografen zu Aperture und Lightroom – zu Recht. Die Workflow-Programme vereinen Verwaltung und Verarbeitung; sie lösen Bewertung und Sichten auf einfache und intuitive Weise. (rst) (rst)