Erfahrungswerte: Understatement-Zoomer – die Canon PowerShot SX120 IS

Seite 3: Testbilder, Fazit

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Häufiger werden Besitzer der SX120 IS nach effizienten Rauschfiltern Ausschau halten, wenn sie ihre SLR damit vergleichen. Bereits bei ISO 400 tritt gut sichtbares Farbrauschen ins Bild, das allerdings bei ISO 800 und 1.600 deutlich weniger zunimmt, als es bei zahlreichen anderen Kameras mit vergleichbarer Sensorgröße der Fall wäre. Hier zahlt sich wohl die Entscheidung für eine maßvolle Auflösung von "lediglich" 10 Megapixeln aus. Von flächig-monochromen Bildteilen geringer Helligkeit abgesehen, machen auch mit ISO 1.600 aufgenommene Bilder eine durchaus gute Figur; Abzüge bis 13 × 18 cm sollten wenig Probleme bereiten (siehe Bilderstrecke).

Canon Powershot SX120 IS: ISO-Reihe (6 Bilder)

Canon SX120 IS: ISO 80

Canon SX120 IS: ISO 80

Ein mit hoher Empfindlichkeit fotografiertes Bild sollte vor dem Ausdruck oder einer Laborbelichtung aber dennoch den Weg durch einen Rauschfilter antreten. Dies gilt auch für manche Aufnahmen, die mit der "i-contrast" genannten Schattenaufhellung fotografiert wurden. Hier belichtet die SX120 IS auf die hellen Bereiche des Motivs, um die Zeichnung in den Lichtern zu bewahren. Details in den Schatten werden anschließend durch eine gezielte Bildkorrektur wiederhergestellt, was aber nicht ohne die verstärkte Sichtbarkeit von Rauschanteilen gelingt. Trotz dieses Nachteils liefert i-contrast gute Ergebnisse, Optionen für eine feinere Abstufung des Effekts jenseits simplen Ein- und Ausschaltens wären dennoch wünschenswert.

Den eingebauten Miniblitz müssen Besitzer des SX120 IS eigenhändig aufklappen, eine automatisch angesteuerte Mechanik dafür gibt es nicht

Gemischte Gefühle hinterlässt schließlich noch die Stromversorgung der SX120 IS. Mit der Entscheidung für zwei herkömmliche AA-Zellen als Energiequelle sorgt Canon zwar einerseits für leichte Ersatzbeschaffung selbst in entlegenen Regionen der Welt, anderseits muss aber schon die von Canon benannte Reichweite mit 130 Bildern pro Batteriesatz als sehr knapp gelten. Im Test und bei Verwendung recht neuer NiMh-Zellen mit 2.000 bis 2.500 mAh lief es eher auf eine Reichweite von 70 bis 100 Bildern pro Akkuladung hinaus. Wer längere Exkursionen plant, sollte die SX120 IS also mit frisch geladenen Akkus bestücken und zumindest einen weiteren Satz in Reserve haben.

Videoclips zeichnet die Canon im AVI-Container mit maximal 640 × 480 Pixeln auf, von HD also noch keine Spur. Verzicht müssen Videofans zudem bei der Zoomfunktion üben, die zu Beginn gewählte Brennweite bleibt während der folgenden Aufnahme fixiert; einzig ein Digitalzoom steht zur Verfügung. Anders als manch frühere PowerShot passt die SX120 IS immerhin die Belichtung und den Weißabgleich auf veränderte Lichtverhältnisse an, beides sogar mit angenehm weichen Übergängen. Als Kompressionsverfahren kommt das betagte Motion JPEG zum Einsatz, 1GB Speicher genügt für rund 8 Minuten Video. Die im Bass solide, in den Mitten aber eher blecherne Mono-Tonspur wird mit einer Abtastrate von 11 kHz gespeichert. Immerhin dürfen die Clips 60 Minuten lang werden. Die bei HD-fähigen Kameras zu findende Beschränkung auf 29 Minuten hatt übrigens "zöllige" Gründe: Alles, was darüber hinaus geht, gilt als Camcorder und wird mit höheren Einfuhr-Abgaben belegt.

Für die Hosentasche ist sie etwas zu groß geraten, in einer Jackentasche findet sie aber um so bequemer Platz. Wo die SLR unterwegs einfach zu wuchtig wäre und es kompakteren Kameras an Telebrennweite mangelt, bietet die SX120 IS einen stimmigen Kompromiss. Das gilt um so mehr, da Ihre Ausstattung auch SLR-erfahrenen Fotografen entgegenkommt. Schmerzlich vermissen werden Fotokenner allerdings die von SLR-Formaten gewohnte geringe Schärfentiefe, eine höhere AF-Geschwindigkeit, die Speicherung von RAW-Dateien und einen Anschluss für externe Blitzgeräte. Bei einem Kaufpreis deutlich unter zweihundert Euro scheinen solche Wünsche derzeit aber ohnehin wenig realistisch. Zumal die guten Bildresultate einiges wieder aufwiegen, dank moderater Auflösung gelingen ja sogar bei hohen Empfindlichkeiten passable Aufnahmen. Als echtes Manko muss indes die begrenzte Reichweite gesehen werden: Weniger als 100 Aufnahmen pro Akkuladung sind weder zeitgemäß noch praxisgerecht. (cm)