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Texas Instruments: SpÀter Baubeginn neuer Halbleiterwerke trotz Chipmangels

Mark Mantel

Render-Bild des geplanten TI-Halbleiterwerks in Sherman, Texas.

(Bild: Texas Instruments)

Mangelnde Investitionsbereitschaft bei Texas Instruments soll den Halbleitermangel verschÀrfen. Neue Halbleiterwerke gehen erst in einigen Jahren an den Start.

Eine zurĂŒckhaltende Investitionsbereitschaft großer Chiphersteller verstĂ€rkt mutmaßlich den weltweiten Chipmangel, der seit 2020 anhĂ€lt und zu LieferengpĂ€ssen unter anderem bei PC-Hardware, Notebooks, HaushaltsgerĂ€ten und Autos fĂŒhrt. Im Fokus steht derzeit die Firma Texas Instruments (TI) als einer der wichtigsten Zulieferer von Analogschaltungen.

Einem Bericht des taiwanischen Fachdienstes Digitimes zufolge [1] zeigt etwa Chipauftragsfertiger TSMC mit dem Finger auf TI. TSMC und andere Fertiger könnten demnach wohl mehr Siliziumchips produzieren, allerdings mangelt es an kleineren Halbleiterbauteilen zur Weiterverarbeitung etwa von Notebooks oder Grafikkarten. TI produziert beispielsweise Power-Management-Schaltungen (PMICs) zur Spannungsregulierung und Hardware-Treiber fĂŒr Displays.

Die deutsche Stiftung Neue Verantwortung schreibt in einem Bericht zudem [2], dass weiterhin Komponenten wie ChiptrĂ€ger knapp sind. Unter anderem Prozessoren, Systems-on-Chips (SoCs) und Grafikchips benötigen solche TrĂ€ger aus Ajinomoto Build-up Film (ABF), bevor Hersteller diese mit Platinen verheiraten können. Einen Mangel Ă€ußerte AMD-Chefin Lisa Su schon Anfang 2021 [3].

Im Juli 2021 zitierte die Nachrichtenagentur Bloomberg TI-Manager [4], die Angst vor dem sogenannten Schweinezyklus haben. Dabei bauen Hersteller ihre Produktion aus, was potenziell zu einer SĂ€ttigung des Marktes und infolge einer sinkenden Nachfrage und fallenden Preisen fĂŒhrt. Insbesondere Firmen, die Chips horten, sollen den Markt derzeit unberechenbar machen. Schon im Sommer fielen Texas Instruments' internen LagerbestĂ€nde deutlich unter das gewĂŒnschte Niveau von 130 bis 190 Tagen Vorproduktion. Infolge ließ Texas Instruments in den vergangenen Quartalen bereitwillig Umsatz liegen.

In Sherman, Texas, beginnt TI laut neuer AnkĂŒndigung kommendes Jahr den Bau eines neuen Fertigungskomplexes [5], der allerdings erst ab 2025 Silizium-Wafer mit einem Durchmesser von 300 mm belichten soll. An dem Standort entstehen zunĂ€chst zwei Halbleiterwerke, zwei weitere sollen bei Bedarf spĂ€ter folgen – die Gesamtinvestitionen der vier Werke belaufen sich auf rund 30 Milliarden US-Dollar.

Den Bau des RFAB2 genannten Halbleiterwerks in Richardson, Texas, hatte TI schon vor Beginn der Coronavirus-Pandemie begonnen, die zur hohen Chipnachfrage fĂŒhrte. "In KĂŒrze" soll die RFAB2 fertiggestellt werden. ZusĂ€tzlich ĂŒbernimmt TI Microns Halbleiterwerk in Lehi, Utah [6], wo die eigene Serienproduktion aber erst im Jahr 2023 starten soll.

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(mma [8])


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https://www.heise.de/-6271229

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.digitimes.com/news/a20211111PD200.html
[2] https://www.stiftung-nv.de/de/publikation/understanding-global-chip-shortages
[3] https://www.heise.de/news/AMD-CEO-Lisa-Su-Chipmangel-bleibt-bis-zum-Sommer-bestehen-5027384.html
[4] https://www.bloomberg.com/news/articles/2021-07-21/texas-instruments-revenue-forecast-sparks-chip-rally-concern
[5] https://investor.ti.com/news-releases/news-release-details/texas-instruments-begin-construction-next-year-new-300-mm
[6] https://www.heise.de/news/Milliardenkauf-Automotive-Chiphersteller-TI-uebernimmt-Micron-Halbleiterwerk-6126894.html
[7] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[8] mailto:mma@heise.de