Google TV verspricht Fernsehen plus das ganze Web plus Apps

Einen Tag bevor Logitech mit der "Revue" die erste Settop-Box für Google TV offiziell vorstellen will, hat Google selbst weitere Details zu seiner Fernsehen und Internet vereinenden Plattform veröffentlicht. Zudem soll eine Reihe namhafter Inhalteanbieter beim US-Start mit an Bord sein.

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Von
  • Volker Zota

Kurz bevor die Hardware-Partner ihre ersten Produkte für den US-Start von Google TV präsentieren, hat Google selbst weitere Details zu der Plattform veröffentlicht, die Fernsehen und Internet im Google-Sinne miteinander verschmelzen soll. Ziel ist es, mit Google TV Fernsehen, Apps, Internet-Suche und das ganze Web (inklusive Flash) unter einer für Fernsehbetrieb geeigneten Bedienoberfläche zu vereinen. Der Zuschauer kann den Startbildschirm von Google TV nach eigenem Gusto mit Lieblingskanälen, Bookmarks und Apps pflastern.

Dreh- und Angelpunkt des Systems ist die Google-Suchmaske, die beim Lostippen simultan Fernsehsender (sprich den integrierten elektronischen Programmführer), Apps und Internetdienste nach den gewünschten Inhalten durchsucht. Läuft das Gesuchte im Fernsehen, soll Google TV auf Tastendruck den Kanal dorthin wechseln oder es im Programmführer zur Aufnahme vormerken können. Darüber hinaus offeriert Google TV Inhalte von Abrufportalen – kostenfrei (etwa bei Mediatheken der Fernsehsender) oder gegen Bezahlung von On-Demand-Portalen.

Dreh- und Angelpunkt von Google TV ist wie erwartungsgemäß die Suchmaske.

(Bild: Google)

Gesteuert wird Google TV mit einer Fernbedienung mit integrierter Mini-Volltastatur oder per App vom Android-Handy respektive iPhone aus. Mehr Details zu der Plattform gibt es in einer Quick Tour.

Dass das TV-Konzept nur aufgehen kann, wenn genügend Inhalteanbieter auf die Plattform aufspringen, ist Google klar. So gibt es nicht nur Videos von der Konzerntochter YouTube. Auch "Amazon Video On Demand " wird über 75.000 Titel zum Kauf oder zur Miete anbieten; zudem ist das in den USA dominierende Streaming-Portal Netflix mit von der Partie. Musik liefern VEVO, Pandora und Napster. Schließlich dürfen auch Social-Media-Dienste wie Twitter nicht fehlen.

Google TV integriert den Webbrowser Chrome, mit dem sich das Web über die Plattform ganz normal nutzen lassen soll. Zusätzlich gehen mit speziell angepassten Webseiten die New York Times und USA Today an den Start. Turner Broadcasting liefert passende Fassungen der Webseiten TBS, TNT, CNN, Cartoon Network und Adult Swim. NBC Universal steuert die Börsen-App CNBC Real-Time bei, der Privatsender BHO "hunderte Stunden" seiner Eigenproduktionen mit HBO GO; Abonnenten sollen in Kürze über Google TV auf die On-Demand-Plattform des Senders zugreifen können. Auch Basketball muss in den USA sein: Mit der NBA-App Game Time soll man Ergebnisse in Echtzeit verfolgen und Highlight in HD abrufen können.

Entwickler sind dazu aufgerufen, ihre beziehungsweise die Webseiten ihrer Unternehmen für Google TV anzupassen; ab dem kommenden Jahr soll man auch eigene Apps auf Google TV bringen können.

Am morgigen Mittwoch will Logitech in den USA offiziell "Revue" vorstellen, eine Internet-fähige Settop-Box für Google TV, die zwischen Fernsehgerät und digitalen Videorecorder (zunächst nur für Dish Network) gestöpselt wird. Am 11. Oktober folgt Sony: Der japanische Konzern möchte dann seine "ersten Internet-Fernseher" mit Google TV für den US-Markt vorstellen. (vza)